Review

Simon Pegg spielt einen britischen Reporter, der eine eigene, ziemlich unbekannte Zeitschrift herausgibt, in der er diverse Prominente durch den Dreck zieht. Als er nach New York zu einem enorm bedeutenden Magazin geholt wird, ist er auf dem Sprung in die High Society, lässt von nun an jedoch kein Fettnäpfchen aus und muss zudem feststellen, dass er es hier nur mit Heuchelei und Scheinheiligkeit zu etwas bringen kann.

"Shaun of the Dead" und "Hot Fuzz" gehören zu den amüsantesten Komödien der letzten Jahre und zu den besten Parodien sowieso, was unter Anderem auf Hauptdarsteller Simon Pegg zurückzuführen war, der mit einem parodistischen Talent gesegnet ist, wie kaum ein anderer und die Mehrzahl der Gags dermaßen trocken und britisch servierte, dass sie mehr oder weniger zwangsläufig zünden mussten und auch im anschließenden "Run, Fat Boy, Run" machte er eine überaus gelungene Figur und verhalf auch dieser Komödie zu zahlreichen Lachern, kam jedoch ein wenig von seinem hintergründigen, parodistischen Humor ab und "New York für Anfänger" setzt diesen Trend leider weiter fort.

Zwar wird Pegg nicht schlecht ausgespielt, mit seiner liebenswerten, diesmal auch sehr tollpatschigen, aber sehr sympathischen Art, seinem lakonischen Humor, brilliert er auch diesmal in der Rolle des sympathischen Verlierers und verbucht einige Lacher auf seinem Konto, aber so makaber und zynisch, wie in "Shaun of the Dead" ist er diesmal leider bei Weitem nicht. Dafür hat man ihm jedoch Hilfe zur Seite gestellt, sodass der Film wegen seiner guten Darsteller den Sprung ins gehobene Mittelmaß nimmt. So ist Kirstin Dunst, an deren Darstellung es rein gar nichts auszusetzen gibt, enorm sympathisch und damit neben dem liebenswerten Pegg hervorragend besetzt, während Jeff Bridges in seiner Nebenrolle als zynischer Chef des Magazins bei seinen wenigen Auftritten sehr charismatisch und überaus amüsant daherkommt und dann wäre da noch Megan Fox, die vielleicht nicht ganz so überzeugend spielt, dafür aber ein bisschen was fürs Auge bietet.

Aber es ist nicht nur Pegg, dessen parodistischen, rabenschwarzen Seiten erst gar nicht aufgezogen werden, der gesamte Film ist verglichen mit dem, was man sonst vom britischen Darsteller gesehen hat, relativ brav. So ist zwar eine gewisse Kritik der High Society gegenüber spürbar, immer wieder wird das Showgeschäft ein wenig durch den Dreck gezogen, egal, ob nun ein selbstverliebter Nachwuchsregisseur auf die Schippe genommen wird, oder das neue Filmsternchen, das, in der obersten Liga Hollywoods angekommen, immer gehässiger und unsympathischer wird, aber Schläge unter die Gürtellinie gibt es kaum und dann wäre da noch die klischeehafte Liebesgeschichte Pegg/Dunst, die den Film in die Stereotypen des Genres verweist und die satirischen Züge damit größtenteils zunichte macht. Das Konzept ist also nicht allerbeste, zumal auch die Charaktere nicht allzu gelungen konstruiert sind.

Unterhaltsam ist die Komödie, auch wenn es für alles weiter kaum reicht, dennoch und das auf ordentlichem Niveau. Dafür sind vor allem das relativ schnelle Erzähltempo und die wohlwollend dosierten Gags zuständig, auch wenn nicht unbedingt alle zünden und auch die Darsteller sind ordentlich in Szene gesetzt. Die Filmmusik ist stimmig gewählt und damit kann sich das Regie-Debüt von Robert B. Weide unterm Strich doch sehen lassen, zumal die Komödie vor allem wegen der beiden sympathischen Hauptdarsteller einen gewissen Charme hat und man ihr das etwas kitschige Happy End so kaum übel nehmen kann.

Fazit:
"New York für Anfänger" hat zwar satirische Züge, reicht aber dennoch nicht an Peggs vorangegangene Komödien, vor allem seine Parodien, heran, unterhält aber wegen der guten und sympathischen Darsteller, der zahlreichen amüsanten Stellen und dem stimmig gewählten Erzähltempo durchaus ordentlich und gehört immer noch zum gehobenen Mittelmaß.

65%

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