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Leander Haußmann schuf nach einer Buchvorlage von Gernot Gricksch eine herrlich unrealistische Komödie, die, im hippen Hamburg angesiedelt, sich um das Brechen gesellschaftlicher Tabus in einer Gesellschaft, die vorgibt, selbst alle Tabus gebrochen zu haben und das Brechen von Tabus sogar vereinzelt zum Lebensstil erklärt hat, dreht. Roberts Gefühle für die zwanzig Jahre ältere Monika sind im Gegensatz zur modernen Welt, der er entstammt, kein aufgezwungener „Trend“, kein Statussymbol oder Accessoire und kein Produkt eines „Retro-Lifestyles“, sondern echt. Sie symbolisieren sozusagen die Flucht aus seinem schizophrenen, unwirklichen Umfeld. Die unterschiedlichen Charaktere des Films verkörpern bisweilen stark überzeichnet den ganz normalen Wahnsinn und werden adäquat von den Schauspielern dargestellt. „Robert Zimmermann wundert sich über die Liebe“ besticht durch viel gelungene Komik, eine besonders in den Videospiel-Szenen überraschend raffinierte Optik und einen großartigen Soundtrack der Gruppe „Element Of Crime“ und lässt insbesondere durch seine satirischen Seitenhiebe nicht nur auf die Gesellschaft gängige US-„Romantic Comedy“ alt aussehen. „Unrealistisch“ schrieb ich eingangs deshalb, weil es eine Konstellation wie zwischen Robert und Monika im wirklichen Leben einfach nicht gibt – vermutlich, weil es zuwenig Roberts und Monikas gibt.

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