Ein weiterer Thriller über einen Stalker, der gerissener ist, als sein Opfer und die ermittelnden Cops zusammen. Darüber hinaus ist es auch ein Sportfilm und wer Beach-Volleyball der Damen mag, kann zumindest ein paar ästhetische Eindrücke für sich gewinnen, wenn der Rest denn schon keine erinnerungswürdigen Züge aufweist.
Der Stalker nennt sich Holden Gregg, gibt sich als Sport-Kolumnist aus und erhascht damit schon bald die Aufmerksamkeit von Profi-Volleyballerin Kelly. Man landet gar in der Kiste.
Doch als Cops auftauchen und Kelly über den ominösen Unfalltod einer Volleyballerin befragen, kommt heraus, dass der wahre Holden Gregg bereits seit einer Woche vermisst wird.
Kelly, die in wenigen Tagen ein wichtiges Endspiel zu bestreiten hat, steht fortan im Visier des Unbekannten…
Es ist in der Tat diese uralte Geschichte des Fremden, dessen Besessenheit gegenüber einer Frau kriminelle Gestalt annimmt, nur eben verlagert ins Milieu des Strand-Volleyballs.
Leider steht die Identität des Stalkers von Beginn an fest, es geht nur darum, das Katz- und- Maus Spiel einigermaßen mit Spannungsmomenten zu durchziehen, was hier teilweise sogar gelingt.
Wie auch immer er es geschafft hat, einige Überwachungskameras in Kellys Wohnung zu verstecken, beobachtet er via Monitor, ruft sie gleichzeitig an und verunsichert vor allem die Cops, denn lange Zeit gibt es noch nicht einmal ein Anzeichen für die Existenz des Stalkers.
So wird denn fleißig am Strand trainiert, stets mit dem Gefühl unter Beobachtung zu stehen und der Plan, den Stalker in eine Falle zu locken, um zumindest sein Gesicht zu fotografieren, gerät zu einem lebensgefährlichen Unterfangen. Als das Endspiel naht und Tausende von Zuschauern im Stadion mitfiebern, will der Killer, trotz mittlerweile aufgestocktem Polizeiaufgebot, die Volleyballerin vor laufenden Kameras umbringen.
Zumindest kann man der Erzählung keine Durchhänger vorwerfen, es läuft zwar alles offensichtlich und erahnbar ab, jedoch zu keiner Zeit unnötig gedehnt.
Bleibt zu erwähnen, dass die sportliche Action recht solide, zeitweise auch dynamische Momente aufweist, - da wirkt das Endspiel am Strand fast spannender, als die Aktivitäten des Killers im Hintergrund. Besonders die Nahaufnahmen knackiger Hinterteile mit Fingerzeichen beim Aufschlag stechen ins Auge, aber auch einige Zeitlupen mit unsanftem Aufkommen im Sand können sich sehen lassen. Phasenweise wähnt man sich fast in einem (gelungenen) Werbefilm für diese Sportart.
Was dem Streifen jedoch Punkte kostet, ist die Besetzung und die darstellerischen Schwächen seitens Hauptdarstellerin Melissa Keller, die zwar als Volleyballerin athletisch rüberkommt, von ihrer Mimik her aber alles andere als glaubhaft agiert.
Ihr Gegenpart Brian Austin Green als psychopathischer Stalker ist wiederum nicht markant genug, um als furchterregender Bösewicht durchzugehen, zumal sich bei ihm phasenweise leichtes Overacting einschleicht.
Besser gefällt da Linden Ashby als argwöhnischer Detective, der seiner Figur sympathische Züge verleit und mit seiner Performance irgendwie an die Cop-Filme der 70er erinnert.
Nur, ist dies ein 2008er Film, er könnte jedoch auch locker aus den 80ern stammen.
Das Drehbuch müht sich einen Dreck, auch mal kleinere Überraschungen einzustreuen, so dass selbst der Showdown viel zu kurz und kaum spannend ausfällt.
Die Geschichte verläuft von A bis Z komplett vorhersehbar, stellenweise zwar mit ordentlichem Tempo, aber eben nie richtig mitreißend.
Eine typische Direkt-to-Video-Produktion: Wenn sie im TV läuft, bleibt man vielleicht dran weil´s unterhält, aber nach ein paar Tagen hat man bereits Wesentliches vergessen.
Und wesentlich ist wahrscheinlich nicht der Hintern einer Beach-Volleyballerin…
5 von 10