Wahrscheinlich gibt es mittlerweile mehr Slasher als Zombiefilme auf dem Markt, da kaum ein anderes Subgenre mit sehr geringen Mitteln zu realisieren ist und grundlegend nur wenig falsch gemacht werden kann, um einen völligen Rohrkrepierer hinzulegen.
Leider kommen gleichzeitig zu viele Ergüsse heraus, die Vorbildern wie „Halloween“ oder „Freitag der 13.“ uninspiriert nacheifern und keinerlei neue Ideen liefern, - „Blood Night“ ist so ein typischer Vertreter jener Gattung.
Die Geschichte setzt Ende der Siebziger ein, als ein junges Mädchen eines Nachts aus unerfindlichen Gründen Vater und Mutter ermordet und in der New Yorker Psychiatrie Kings Park landet. Als erwachsene Frau wird jene Mary Hatchet vom Nachtwächter vergewaltigt und daraufhin schwanger, verliert jedoch ihr Baby.
Kurz darauf richtet Mary beim Ausbruch ein blutiges Massaker an, bevor sie von zwei Cops erschossen wird.
Seither feiern Jugendliche den Jahrestag dieser Blutnacht, doch als eine Gruppe Feiernder auf dem Friedhof ihren Geist beschwört und anschließend im Haus ein ordentliches Saufgelage anzettelt…
…dauert es nach dem gelungenen Einstieg satte 45 Minuten, bis die erste Randfigur niedergestreckt wird. Bis dahin kann sich niemand als Sympathieträger hervortun, man mixt Cocktails, zieht sich zum Dönern ans stille Örtchen zurück, begafft zwei tanzende Tussen und versucht einen alten Gruselschinken auf Filmrolle in Gang zu bringen.
Dazwischen gibt es allenfalls falschen Alarm durch eine kaputte Fensterscheibe oder eine sich von selbst bewegende Tür.
Klar ist aber: Gewitter gehört in jener Nacht einfach dazu.
Was folgt, ist der übliche Ablauf vorhersehbarer Dezimierungen, bei denen man weniger auf spannende Auseinandersetzungen, denn auf rasche Ableben setzt, wobei die ersten sogar komplett im Off stattfinden und durch Schreie und die Egoperspektive des Killers in Szene gesetzt werden.
Erst nach rund einer Stunde wird man expliziter und bringt auch mal eine Gesichtsspaltung oder eine Axt in der Stirn. Die meisten Effekte sind handgemacht, obgleich der Einsatz einiger glättender Computereffekte nicht grundlegend stört, allerdings auch deutlich auszumachen ist.
Wenig aufregend gestaltet sich das Finale, als die letzten Überlebenden in die einstige, mittlerweile leer stehende Psychiatrie flüchten und aufgrund einiger Aufzeichnungen auf einen Twist aufmerksam werden, der eventuell auf mehr als nur eine Geistererscheinung mit Hackebeil hindeutet.
Hier heißt es letztlich Verstecken und Weglaufen, natürlich funktioniert kein Handy und selbstverständlich sind auch die letzen Teens zu blöde, einfach nur das Gebäude zu verlassen, anstatt in Räumlichkeiten umher zu irren, die der vermeintliche Killer schlicht besser kennt.
Darstellerisch mischen, bis auf Bill Moseley als eine Art Friedhofswärter, nur unbekannte Gesichter mit, die sich mehr oder minder nur selbst spielen müssen und möglicherweise einen Großteil der Dialoge improvisieren, wenn auch auf halbwegs authentische Art und Weise.
Handwerklich gibt sich der Erstling von Frank Sabatella passabel, weder Kamera, Schnitt oder Score fallen irgendwie aus dem Rahmen, lediglich einige hektische Inserts mancher Rückblenden hätten nicht sein müssen.
Ansonsten überrascht dieser Beitrag von der Stange zu keiner Zeit, man wir phasenweise mit ordentlich blutigen Ableben konfrontiert, während auf atmosphärischer Ebene kaum markante Momente auszumachen sind und allenfalls ein kurzfristiger Stromausfall für einen Augenblick Suspense verschafft.
Demgegenüber ist das Tempo trotz einigen Leerlaufs im ersten Drittel tauglich, inhaltlich gestaltet sich das Treiben hingegen kaum progressiv und könnte mit viel Wohlwollen schon eher als Hommage an die Pendants der Achtziger durchgehen.
Originalität oder genrespezifisches Augenzwinkern sucht man jedoch komplett vergebens.
4 von 10