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Ja ja ja. Ridley Scott macht nie etwas falsch, und so darf ein so hoch betuchter Regisseur, ein Künstler, wie er sich selbst bezeichnet, auch ein so heikles Thema anpacken. So verfilmte er den militärischen Fehlschlag, den sich US-Truppen 1993 in Somalia geleistet haben, als sie in Mogadischu Rädelsführer des hiesigen Diktators dingfest machen und abtransportieren wollten. Während der Transaktion eskaliert die Lage, überall aus der Stadt stürmten bewaffnete Somalis herbei, und es entwickelten sich unübersichtliche Feuergefechte, bei denen zwei Black Hawk Kampfhubschrauber abgeschossen wurden. Bei den Übergriffen starben 19 US-Soldaten.

Entschuldigt mich, ich kann´ s mal wieder nicht akzeptieren. Natürlich wird mal wieder handelsüblich rein aus der Sicht der amerikanischen GIs gefilmt, welche, logischerweise höchst prominent besetzt unter anderem mit Josh Hartnett, der wahrscheinlich seit dem Ultradebakel „Pearl Harbour“ dauerhaften Eindruck geschunden hat, oder Ewan „von Trainspotting bis Star Wars“ McGregor, wo man sich fragt, was der da zu suchen hat. Der äußerst toughe „Hector“ Eric Bana wuselt auch irgendwo dazwischen herum, und sogar sein Film-Bruder und elbischer Scharfschütze Orlando Bloom darf auf dem Schlachtfeld draufgehen. So gibt sich ein schillerndes Starensemble die Ehre, den gesichtslosen Mob aus Farbigen in die Steinzeit zurückzubomben, und das nicht nur in fescher MTV – Optik, sondern auch mit dem Recht, es möglichst heroisch herüber kommen zu lassen. Klar, welch fataler Ausgang nahm doch die Schlacht – wir gedenken der 19 amerikanischen Soldaten, aber Entschuldigung – steht das in irgend einem Verhältnis zu der vierstelligen Zahl an Somalis, die dabei umgekommen sind? Nein. Zwar kann sich Scott hinter ein paar sehr bitteren Szenen verstecken, in denen die Schwarzen arg zu leiden haben, doch dafür nimmt er es sich dann aber auch raus, das Leid der verwundeten GIs in aller Pracht zu präsentieren, und in exzessiver Länge dazu, die in keinem Verhältnis zum Rest steht. Die Dauerballerei macht durchaus was her und erinnert ein wenig an die Kamera eines Spielbergs in „Der Soldat James Ryan“ (der ebenfalls mit jeder verstrichenen Filmminute schlechter wurde), täuscht aber nicht über die schwergewichtigen Makel hinweg, die der Streifen mit sich bringt. Patriotismus regnet´ s mal wieder wie aus Eimern, und die Standardklischees in den Dialogen sind auch wie immer komplett mit von der Partie.

So. die Erwartungen waren hoch, am Ende kam aber wieder mal nur der übliche Scheiß dabei raus. Die Amerikaner sind gebeutelte Helden, die jederzeit das Recht (und das Geld) haben, jedes nur erdenkliche heiße Eisen anzupacken, um es zu einer Geldmaschine auf Leinwand zu verwursten. Wo ist da der Sinn?

An dieser Stelle möchte ich den 300.000 Somalis gedenken, die dem Bürgerkrieg zum Opfer gefallen sind.

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