Jeder US- Präsident hat in seinen Amtsjahren geringstenfalls einen andächtigen Kreuzzug. Der Bürgerkrieg in Somalia im Jahre 1993 gehörte einem Präsidenten namens Bill Clinton. Weil damals die US- Regierung keine herkulischen Panzerfahrzeuge und nur eine begrenzte Kampfhubschrauber- Kontingent nach Somalia entsandte, mussten die US- Soldaten geringfügig mit Humvees und „Black Hawks“ in die zerrüttete Hauptstadt Mogadischu eindringen, um im Stadtzentrum zwei übelbeleumdete Terroristenführer festzunehmen. Eine folgenschwere Fehleinschätzung, wie sich später herausstellte…
„Black Hawk Down“ ist kein modernes Antikriegs- Drama, sondern eine politisch passable, überlange Aufführung mit viel Gemetzel für den patriotischen Zweck. In den Disziplinen Action und visuelle Effekte kann „Black Hawk Down“ für sich gewinnen, entrüstet aber durch ausdruckslose Feindbildgestaltung, Krachmacher- und Helden- Einstellung. „Gladiator“- Regisseur Ridley Scott, der in diesem Spielfilm die Streitaxt gegen automatische Schusswaffen ersetzt, trägt in Überlänge den Kampfeinsatz der amerikanischen Soldaten in Mogadischu zur Schau, dessen Feuergefecht das maßloseste seit dem Vietnam- Krieg war. Die oberste Verhaltensregel der US- Streitkräfte, keinesfalls einen Kameraden zurückzulassen, wird dem Publikum jedenfalls erkennbar und authentisch vorgestellt.
Der Film kann durch ihre starke technische Umsetzung fesseln, was den bereitwilligen Anhänger des unterhaltsamen Action- Kinos sicherlich erfreut. Die Darstellung des Bürgerkrieges in Somalia vermag man am besten auf die erste halben Stunde von Steven Spielbergs „Saving Private Ryan“ anzuzapfen. Produzent Jerry Bruckheimer bestrebt für den Massengeschmack ein übereifriges Bleigewitter und kriegshetzerische Public relations. „Black Hawk Down“ ist trotzdem ein sehenswerter Kriegsfilm, aber mit kompliziertem Verantwortungsgefühl.