Die US Ranger heizen den bösen Somalis ordentlich ein.....
Am 2.Oktober 1993 versuchen US Soldaten in Mogadischu Führungskräfte des somalischen Warlords Aidid zu entführen. Aber weil man die Gegner unterschätzt werden zwei Helikopter vom Himmel geholt. Man versucht verzweifelt die Besatzungen zu retten. So wird aus einem Einsatz, der eigentlich nur eine Stunde dauern sollte, ein 15stündiger Einsatz. Denn die Bevölkerung der Stadt ist nicht sonderlich gut auf die amerikanischen Soldaten zu sprechen..
Was soll man von einer Bruckheimerproduktion auch schon erwarten, außer Patriotenbrei erwarten? Ridley Scott nimmt sich etwa 20 Minuten Zeit um die Situation grob anzureißen und ein paar heldenhafte US Soldaten ins strahlende Sonnenlicht zu rücken. Von da an dominiert atemlose Kriegsaction, die den Zuschauer wirklich an den Kinosessel fesselt. Leider war es das auch schon, denn viel mehr kommt nicht mehr. So kann der Zuschauer mit einem patriotischen Ende auch wieder aus dem Kinosaal schreiten. Die Amis werden ihre reine Freude haben, der Rest dürfte sich verarscht vorkommen.
Um die Moral der Truppen zu steigern und dem Zuschauer zu zeigen wie toll so ein Krieg doch ist, bedient man sich oft und gern ein paar Evergreens, welche die Truppenmoral stärken. Als Kontrast wird nervige Volksmusik gedudelt, die aber eher nach Arabien passt. Die Kämpfe werden dagegen effektiv mit mitreißender materialistischer Musik unterstützt. Passt meistens und unterstützt die Stimmung.
Das Szenario wird nur anfangs kurz umrissen, damit man auch schnell und oberflächlich ein paar Soldaten vorstellen kann. Die dort ebenfalls vorhandenen pakistanischen Soldaten werden als unfähig betrachtet, über die dortige Funktion der UN Schutztruppe wird nicht näher eingegangen. Deshalb muss nun der Ami ran. Die Soldaten lassen ein paar Sprüche ab, telefonieren nach Hause (Nein, E.T. kämpft nicht mit...) und laden ihr Waffen durch. Hat man die ersten 20 Minuten überstanden geht es endlich ins Getümmel. Mogadischu ist der perfekte Kriegsspielplatz, denn die Somalis waren immer schon ein wenig durch und sind zur Hälfte sowieso noch Barbaren.
Auf amerikanischer Seite gibt es im gesamten Film interessanterweise nur EINEN, in Zahl 1, einzigen schwarzen Soldaten, dem man hier wohl tatsächlich das Wort „Alibiafro“ (thx @ Knacki) auf die Brust tätowieren sollte. Die Hautfarbe schwarz ist nämlich für die Gegner reserviert, denn egal ob Frau, Kind oder Mann: Alles was schwarz ist und laufen kann beteiligt sich an der Schnitzeljagd auf die amerikanischen Soldaten. Schwarz/weiß Malerei wie sie im Buche steht. Da wundert es mich gerade, dass die amerikanische Flagge meist unauffällig im Hintergrund flattert. Man hatte wohl doch nicht so viel Zeit, um in Mogadischu Fähnchen zu verteilen.
Loben muss man den Film aber bezüglich der Kämpfe. Denn was Ridley Scott hier inszeniert hat, setzt neue Maßstäbe. Fast ununterbrochen findet man sich 120 Minuten lang in Kämpfen verwickelt. Kugeln und Raketen fliegen einem nur so um die Ohren. Während Spielberg sich noch auf 20 Minuten beschränken musste, darf Scott sich hier 2 Stunden austoben. Oft bevorzugt er dabei einen dokumentarischen Stil mit viel Hektik und verwackelter Kamera.
Mit Spannung verfolgt man wie verzweifelt versucht wird, die Geiseln aus der Stadt zu schaffen und die Helikopterpiloten zu retten. Immer wieder wird man in Kämpfe verwickelt, funkt Hubschrauber mit Miniguns zur Unterstützung an und kämpft sich weiter vor. Auch wenn ab und zu mal in die Leitzentrale umgeschnitten wird, bleibt die Handlung hier auf der Strecke. Denn viel passieren tut hier nichts mehr, außer das Soldaten und Somalis kämpfend sterben. Und selbst die Bilder werden auf die Dauer langweilig. Übertrieben blutig geht es dabei nicht zu. Die wenigen härteren Szenen sind eine zerschossene Hand und zerfetzte Beine.
Selbst ein von Glassplittern zerschnittenes Gesicht kann einen amerikanischen Jeepfahrer nicht von seiner Mission abbringen. Schmerzen fühlt man als Ami nicht und das laufende Blut kann man sich ja auch aus den Augen wischen.
Probleme gibt es bei der Verständigung, denn die Kämpfe sind leider etwas zu laut geraten, so dass man Probleme hat die Dialoge zu verstehen. Scheinbar hat man hier nicht ausgewogen genug gemischt.
Das Ende ist genau so, wie man es sich von einem amerikanischen Kriegsfilm wünscht. Die in den Stützpunkt zurückkehrenden Amerikanern werden von schwarzen Kindern umjubelt. Endlich angekommen überreichen die Einwohner ihnen auf einem Tablett mit weißem Decken Gläser mit frischem Mineralwasser (!!!) Zu guter letzt trauert ein Soldat am Grab seines toten Kameraden und tröstet ihn mit ein paar gefühlsduseligen Worten, während man als Zuschauer immer noch den Dialogknaller verdaut. Auf die Frage warum man an diesem Einsatz teilnahm kommt nicht, weil es ein Befehl war, sondern aus Kameradschaft. Bruckheimer, ich danke dir......
Man fragt man sich ob nach dem WTC Vorfall Amerika wieder die traumatischen Ereignisse seiner Kriegsgeschichte aufbreiten will, denn „Blach Hawk Down“ bildet angeblich nur den Anfang. So wartet „We were soldiers“ schon, um den Vietnamkrieg wieder saloonfähig zu machen. Weitere Projekte sollen dieses Jahr noch folgen. Wie wäre es mit Südkorea? Und der Irak ist doch sowieso immer gern gesehen. Bin nach dem Film jedenfalls gespannt, wann es den Jungs im Pentagon in den Fingern juckt, um wieder nach Somalia zu marschieren. Denn da sollen sich ja auch noch Terroristen befinden und ein Alibi hat man mit dem Film ja schon. Soviel zum Thema, man will in Hollywood umdenken. In Wirklichkeit profitiert man nur von den Ereignissen..
Von Josh Harnett, Ewan McGregor und Tom Sizemore bemerkt man leider zu wenig. Das liegt aber nicht an den drei Schauspielern, sondern an der Inszenierung. Der Film ist so hektisch, dass man sich mit keinem einzigen Charakter identifizieren kann. Niemand ragt aus der größtenteils jungen Riege heraus, so dass man auch unbekanntere Schauspieler für diesen Film hätte verpflichten können.
Einzig Tom Sizemore gelingt es sich zumindest ansatzweise in „Black Hawk Down“ zu etablieren. Seine Art sich durch einen Kugelhagel zu bewegen, als wäre er unzerstörbar erinnert an seine schmunzelnden Auftritte in „Der Soldat James Ryan“. Nach „Pearl Harbour“ könnte man meinen, er hätte ein Rollenabo auf amerikanische Kriegsfilme.
Fazit:
Typisches Patriotenkino aus Hollywood, welches nachträglich wieder einen kleinen Krieg gewinnt. Ridley Scott lässt hier ein erstklassiges Popcornkino vom Stapel, doch mehr auch nicht. Die Geschichte wird verfälscht, die Story bleibt auf der Strecke und die Charaktere gehen sowieso baden. Gute Unterhaltung ohne Sinn und Verstand, dafür aber mit triefenden Patriotismus.