Ridley Scott hat gute Filme gemacht (1492), er hat geniale Filme gemacht (Blade Runner, Alien) und er hat Filme gemacht bei denen man nicht weiß ob man sie mögen oder zerlegen soll. Zu jenen zählt Black Hawk Down.
Ich kannte die Geschichte von 1993 nicht, ich kenne sie jetzt auch noch nicht, der Film hat in dieser Sicht nicht viel geboten. Man hätte jeden Kriegsschauplatz der letzten 30 Jahre für diesen Film nehmen können, an falschem Patriotismus und heldenhaftem Sterben hätte sich nichts geändert.
Ridley Scott und Jerry Bruckheimer sind für einen (Anti?-)Kriegsfilm kein gutes Gespann, auch wenn Budget und Regie stimmt...
Man muss aber auch die guten Seiten des Filmes betrachten, und die sind (man merkt's an meinen 8 vergebenen Punkten) zur Genüge vorhanden.
Ridley Scott hat die Kriegsatmosphäre mit Kamera, Musik und Licht genial aufgefangen und führt den Zuschauer in eine Welt aus Blut und Mord. Dass der Patriotismus und der (eindeutige) Rassismus und die Unzivilisiertheit gegnüber den Schwarzafrikanern so demonstrativ zur Schau gestellt wird ist ein dunkles Detail. Wenn man das ganze nüchterner betrachtet können für die stolzen Amerikaner auch Tränen kommen.
Aber wie bereits erwähnt ist der Film in meinen Augen eindeutig abwertend Schwarzafrikanern gegenüber. Man beginnt, Glücksgefühle zu entwickeln, wenn einer der US-Soldaten einen Somalier erschießt, und das sollte ein Antikriegsfilm sicher nicht vermitteln...
Aber die szenische und atmosphärische Umsetzung ist Ridley Scott wirklich sehr (!) gut gelungen, ich habe selten einen realitätsnäheren Kriegsfilm gesehen. Mit realitätsnah meine ich aber nicht den Tatsachen entsprechend und ernst und nüchtern verfilmt, sondern dass man sich wirklich mitten in einem Kampf fühlt. Ich bin nach diesem Film mit einem komischen Gefühl im Magen außer Haus gegangen. Das ist auch der Grund, warum der Film trotz rassistischer Tendenzen 8 Punkte bekommt.
Das Fazit fällt also im Großen und Ganzen positiv aus. Man hat eine Mischung aus Action, "Unterhaltung" und Ernst, die man aber sehr kritisch betrachten muss. Die Atmosphäre rettet dem Film wirklich viel Sympathie, und auch die Darstellung der Schauspieler, die trotz einiger (enormer) dialogischer Schwächen gut ist, sollte nicht übersehen werden.