Obwohl „Ausgelöscht“ zum Genre des Action-Thrillers gehört, handelt es sich um einen eher ruhigen Film.
Der Beginn ist von Walter Hill („Nur 48 Stunden“) recht geschickt gemacht worden: An einem Flughafen treffen Mitglieder einer Spezialeinheit ein, wobei jedes Mitglied offiziell für tot erklärt wurde. Zwischendrin die Namen, Spezialgebiete und angeblichen Todesursachen eingeblendet. Obwohl die Einheit erst später in dem Film an Bedeutung gewinnt und zwar anfangs auftaucht, aber erst im letzten Drittel wirklich in Aktion zu sehen ist, widmet Hill seine handwerklich sehr gute Eingangssequenz ganz der Einheit.
Währenddessen sind Texas Ranger Jack Beenteen (Nick Nolte) und der Sheriff eines Städtchens an der Grenze zu Mexiko unterwegs, um einen Dealer in einer Kneipe zu stellen. Der Mann, der die beiden zu kennen scheint, wird beim Griff zur Waffe erschossen. Eigentlich hat „Ausgelöscht“ mit einem Western viel mehr gemein als mit einem Actionfilm; die Kneipenszene könnte auch aus einem Westen stammen und alle Charaktere haben recht viel Ähnlichkeit mit den typischen Figuren dieses Genres.
Gearbeitet hat der Mann für Cash Bailey (Powers Boothe), der mächtigsten Drogendealer der Grenze, der eine riesige Privatarmee besitzt. Doch er und Jack sind alte Jugendfreunde; Jacks Lebensgefährtin Sarita (Maria Conchita Alonso) ist sogar eine gemeinsame Jugendfreundin. Obwohl sich die beiden in Niemandsland für Verhandlungen treffen, läuft es bald auf eine Entscheidung hinaus...
„Ausgelöscht“ überzeugt mit einer innovativen Handlung und der Ambivalenz der Figuren sowohl auf der „guten“ als auch auf der „bösen“ Seite. Dabei erinnert der Film immer recht stark an einen Western, was sowohl durch die äußere Art (Kostüme, Szenario, Charaktere etc.) als auch durch die Story geschieht.
Die Handlung ist recht spannend und erinnert wie bereits gesagt an alte Western; das Finale ist z.B. eine klare Hommage an Sam Peckinpahs „The Wild Bunch“. Derartige Anspielungen sind häufig zu finden. Dabei bleibt „Ausgelöscht“ immer in einem ruhigen und nicht hektischen Erzähltempo – ungewohnt, aber gut.
Zwischendurch werden an Action ein paar dünn gesäte, aber (in der uncut Fassung) extrem blutige Shoot-Outs eingestreut. Diese sind zwar nicht unbedingt realistisch (Nolte besiegt mit seiner Standard-Pistole mehrere Gegner mit automatischen Waffen), aber sehr schön anzusehen und recht spektakulär.
Die Schauspieler sind gut; Boothe und Nolte geben zwei starke Kontrahenten ab. Zwar sind beide nicht unbedingt Oscarwürdig, aber ihre Darbietung ist energievoll. Auch die recht prominente Besetzung der Spezialeinheit, u.a. William Forsythe („The Rock“) und Michael Ironside („Total Recall“), kann überzeugen, während Maria Conchita Alonso die recht typische Frau des 80er Jahre Actionfilms abgibt und kaum große Akzente setzt.
Als Schwäche von „Ausgelöscht“ kann man seine recht unspektakuläre Art sehen: Etwas mehr Action oder ein etwas schnelleres Tempo hätten nicht unbedingt geschadet. So bleibt „Ausgelöscht“ ein sehr unterhaltsamer Film, dem das gewisse Etwas fehlt.
„Ausgelöscht“ ist ein ruhiger Film mit einer tollen Handlung, guten Schauspielern und wenigen, aber spaßigen Actionszenen, dem aber ein wenig fehlt, so dass nur ein unterhaltsamer Film bleibt.