Lass das Papa Hill mal machen!
Genauso volle Kanne 80s-Actioner wie moderner Western. Mit mehr maskulinen Kackfressen und sonst eher Bösewichten bzw. Nebendarstellern als man zählen kann. Regisseur Walter Hill. Mir vorher nahezu nie wirklich aufgefallen. Zwei Filme zum Preis von einem. Nur Vollgas, nur Härte, nur Eier, nur Schweiß… Alter Verwalter, wo kamst du denn her, „Extreme Prejudice“?! Direkt ab ganz nah an die Lieblingsfilmlinie… Erzählt wird hier staubtrocken von Grabenkämpfen an der amerikanisch-mexikanischen Grenze zwischen Drogenbaronen, Sheriffs und amerikanischen Geheimdienstkräften…
Klassentreffen der Charakterfressen
Walter Hills „Extreme Prejudice“ kam für mich aus dem Nichts und hat mich weggefegt wie ein Hurricane. Und er ist ein weiterer nachdrücklicher Beweis, dass ich Hill als Regisseur wahrscheinlich noch viel höher einschätzen sollte als ich es mittlerweile eh tue. Ziemlich genau die Mischung aus Neo Western a la „No Country For Old Men“ und 80s-Actionbombast a la „Rambo II“ - und ich liebe jede Minute von diesem Clash der Konzepte! Fast zwei Filme in einem. Mit mehr Charaktermachos als fünf andere Filme zusammen aus der Dekade. Pompös durch die Produzenten (Kassar/Vajna) und durch Hill trotzdem bodenständig. Nur zu empfehlen in der ungeschnittenen, sehr blutigen Version, aber das versteht sich von selbst. Ich bin ehrlich gesagt nur zufällig über ihn gestolpert - und habe mich keinen Deut weniger als schockverliebt in diesen dreckigen Haufen Film. Die Einschusslöcher sind riesig, die Grauzonen verwischen schweißnass, der Staub nimmt einem den Atem. Alte Freunde, ewige Feinde, heißes Mexiko. Starkes Double Feature mit „Last Man Standing“. Sandstürme aus Sünden. Grenzgeniales Grenzgeballer. Furioses Fratzenmassaker. Maskulinität to the Max. Barfights taken to the Next Level. Unironisch und ernst gemeint. Eine der unterschätzteren und körperlichsten Actiongewitterwolken der 80er - und sogar noch mehr als das. „Ausgelöscht“ macht auch seinem deutschen Titel auf mehreren Ebenen alle Ehre. Rau, räudig, roh. Zeitlos. Hill weiß einfach wie’s geht!
Fazit: uff, was für ein Westernbrett von hinten durch die Brust… Dreckig, nasskalt, testosterongeladenen, bleihaltig. Walter Hill kocht mal wieder heißer als die Hypepolizei erlaubt!