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Ein junges Pärchen ist bei Nacht und regnerischem Wetter mit dem Auto unterwegs. Eben noch mit kleineren Streitigkeiten beschäftigt, ändert sich die Stimmung im Auto schlagartig, als sie im voran fahrenden LKW eine gefesselte und eingesperrte Frau sehen. Da die Polizei scheinbar untätig bleibt, brechen sie die Verfolgung ab und fahren auf einen Rasthof, wo die Beziehung schließlich zerreist. Als der Protagonist, ein erfolgloser Autor, dann jedoch feststellen muss, dass seine Freundin kurz nach der Trennung vom LKW-Fahrer entführt wurde, nimmt er die gefährliche Verfolgung wieder auf.

Ohne lange Umschweife kommt "Hush" direkt zur Sache: Der Protagonist erblickt die fremde Frau im Laderaum des LKW vor sich und ruft die Polizei an, die nur mäßig interessiert an der Information zu sein scheint. Die finstere Nacht, der Regen, die von Anfang an gespannte Atmosphäre tun ihr Übriges: "Hush" erzeugt Spannung und dies soll sich im weiteren Verlauf des Films nicht ändern.

Regisseur Mark Tonderai beweist durchgehend ein hervorragendes Gespür für atemlos spannende Momente, lässt sich in Sekunden, in denen die agierenden Personen in der Gefahr stehen, entdeckt oder getötet zu werden, extrem viel Zeit, strapaziert Spannungsmomente damit bis aufs Äußerste und unterhält somit durchgehend hervorragend. Im Hintergrund wird die britische Produktion derweil von einem aufpeitschenden Score immer weiter vorangetrieben, sodass durchgehend Adrenalin gegeben ist.

Dabei wird die Situation des erfolglosen Autors und etwas klischeehaft konstruierten Losers, der um das Leben seiner Freundin kämpft und dabei mehrfach sein eigenes aufs Spiel setzt, zunehmend aussichtsloser konstruiert. Sitzt er anfangs noch dem unbekannten LKW-Fahrer im Nacken, kehrt sich das Blatt schnell und auch die Polizei nimmt bald seine Verfolgung auf, da er wegen Mordes verdächtigt wird. Die Verfolgungsjagd wird dabei für den einfachen, bodenständigen Charakter in bester "Stirb langsam"-Manier zu einer Odyssee, in der er mehrfach über sich hinauswachsen muss, während ihn Tonderai, genauso, wie den Zuschauer, immer weiter und erbarmungsloser vorantreibt.

Hintergründe gibt es dabei kaum, die braucht es aber auch gar nicht. Die Situation ist da und sie fesselt auch ohne eine tiefere Charakterkonstruktion oder eine Identität des unbekannten Killers. Fragen danach, warum die Polizei agiert, wie sie agiert oder wo die Komplizen des Entführers eigentlich immer herkommen, werden dabei schlicht und einfach keiner Antwort gewürdigt, aber die Spannung weicht nicht und hält den Film zu jedem Zeitpunkt auf Kurs, während auch die wenigen, aber sehr intensiven Gewalt-Szenen "Hush" weiter vorantreiben und immer wieder Akzente setzen.

Darstellerisch ist William Ash in der Hauptrolle im positivsten Sinne unauffällig. So wirkt er in seiner Rolle authentisch und durchaus menschlich/sympathisch, um dann glaubhaft darzustellen, wie sein Charakter immer weiter über sich hinauswächst. Dabei zieht der verwundbare, menschliche Held das Interesse des Zuschauers über die volle Laufzeit auf sich, während auch die Nebendarsteller keinen Grund zur Beschwerde hinterlassen.

Fazit:
"Hush" ist eine atmosphärisch dichte und spannende Achterbahnfahrt, die über die volle Laufzeit einen hohen Adrenalin-Spiegel halten kann und damit trotz ihres extrem simplen Plots fast auf ganzer Linie überzeugt.

82%

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