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B-Film Regisseur Don E. FauntLeRoy hat offenbar ein Faible für Action-Stars auf dem absteigenden Ast. Erst hat er ein paar Mal mit Steven Seagal gearbeitet, nun holt er sich David Hasselhoff aus dem Hotelzimmer, in dem dieser noch eben von seiner Tochter beim Versuch gefilmt wurde, völlig zugedröhnt, nahe dem Boden behaftet, einen Hamburger in den Mund zu bekommen. Ganz so schlimm sieht er in diesem Tierhorror-Streifen nicht aus, zumindest sieht man keine Reste des Hamburgers mehr.

Hasselhoff verkörpert den Söldner und Schlangen-Jäger Hammet, der mit einer bunt zusammen gewürfelten Truppe eine Riesenschlange in den Wäldern Rumäniens einfangen soll. Zuvor war sie aus den geheimen Labors ausgebrochen, in denen unter anderem Dr. Amanda Haze (Crystal Allen) an einem Serum gegen Krebs und Alzheimer arbeitete, - im Auftrag eines gewissenlosen Milliardärs (John Rhys-Davies), der während der Jagd auf die Anakonda noch ein As im Ärmel versteckt hält…

Die lieblose Fließbandproduktion ist für all diejenigen gedacht, die weder Neuerungen im Tierhorror-Bereich suchen, noch sonst irgendwie anspruchsvolle Kost erwarten.
Das Erzähltempo ist erfreulich hoch und das ist beinahe auch alles, was das Interesse aufrecht halten kann. Nach einer etwas zu langen Einführungsphase in den Laborräumen und dem Besuch des Milliardärs, geht es recht fix ins Freie und ab da stehen Heranpirschen und Suchen auf dem Programm.
Dass Frau Doktor die Hatz wahrscheinlich überleben wird, signalisieren bereits ihr sportlicher Einsatz und ihre moralisch, ethischen Bedenken, die keiner anderen Figur vergönnt sind.
Hasselhoffs Jäger ist eher der Überhebliche, einer, der auch mal einen Gauner aus dem Fenster befördert, wenn er seines illegal erworbenen Geldes beraubt werden soll. Ansonsten verschwindet er allerdings auffallend häufig von der Bildfläche und überlässt den übrigen Jägern das Feld, die immerhin markante Erscheinungen abgeben.

Markant ist die Erscheinung der riesigen Anakonda hingegen überhaupt nicht. Die CGI wirken die meiste Zeit recht lieblos, nur der Kopf in Großaufnahme kann sich einigermaßen sehen lassen. Solange die Schlange nur durchs Geäst oder über ein Dach kriecht (sie wird auf 20 Meter Länge geschätzt), sieht es okay aus, doch sobald sie ein Opfer attackiert, muss man aufgrund der üblen Effekte zuweilen schmunzeln.
Besonders das Aufspießen mit dem genveränderten Schwanz wirkt lächerlich, da kann noch so viel Blut aus dem Körper spritzen. Gattungstypisches Würgen kommt nur einmal zum Einsatz, sie frisst ihre Opfer eher so, wie sich unsereins Salzstangen reinschiebt.
Splattertechnisch gibt es immerhin ein paar abgetrennte Köpfe, offene Bauchwunden, ein paar zerfetzte Leichen und einen offenen Beinbruch.

Grob zusammengefasst beschränkt sich der Ablauf also auf folgendes: Truppe nimmt per Sender ein Signal wahr, pirscht sich heran, Schlange verschwindet im nächsten Abschnitt, holt sich zuvor vielleicht noch einen, bleibt aber lange Zeit unsichtbar, nur die Egoperspektive mit gelbem Farbfilter kommt ab und an zum Vorschein.
Zwischendurch fällt dem Vieh ein einheimischer Ziegenbauer zum Opfer, ein stark Blutender muss versorgt werden, ein Jeep überschlägt sich und fängt Feuer und bei alledem hat Frau Doktor mehr Leben als eine Katze, denn wo andere am Baum stehen und die Schlange kurz Happs macht, wird sie irgendwie immer gerettet.
Der Showdown verlagert sich letztlich in eine leerstehende Fabrik, wo es erstaunlicherweise noch zu einem Plot Twist kommt und am Ende fliegt wie immer alles in die Luft.

Würde sich der Streifen weitaus weniger ernst nehmen, könnte er Trash-Freunden eventuell ans Herz gelegt werden. Doch bis auf zwei selbstironische Bemerkungen Hasselhoffs in Bezug auf Alkohol und der Szene als ein frisch Enthaupteter während der letzten Zuckungen noch Skurriles auslöst, findet sich zu selten Anlass zum Schmunzeln.
Er ist was er ist: Ein billig heruntergekurbelter Streifen mit null origineller Handlung, gerade mal brauchbaren Darstellern und grenzwertiger CGI-Schlange(n), aber zügigem Erzähltempo.
Um diesen Streifen knorke zu finden, werden manche mehr Alkohol benötigen, als Hasselhoff in seinen schlimmsten Zeiten…
4,5 von 10

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