An sich müsste sich der Genrefreund über alle vier Backen freuen, wenn es überhaupt mal wieder ein Spukhausfilm auf die große Leinwand schafft, doch in diesem Fall führt das Sammelsurium an Klischees zu mehr Achselzucken denn atmosphärischen Momenten.
Beginnend mit „Based on a true story“…
...die in den 80ern spielen soll. Der schwer krebskranke Matt muss einer speziellen Therapie unterzogen werden, weshalb seine Familie kurzerhand in ein überaus günstiges Haus umzieht.
Nach kurzer Zeit nimmt Matt paranormale Erscheinungen wahr und nicht nur die ehemalige Leichenhalle im Keller deutet auf düstere Vorkommnisse in der Vergangenheit hin…
Entweder Geister wollen befreit werden oder sinnen nach Rache, - hier weiß man nicht so genau, warum sie überhaupt in Erscheinung treten, da sich das Skript im Verlauf so fahrig gebärdet, dass beides möglich ist.
Zutaten wie eine Sammlung von abgetrennten Augenlidern, Seancen und diversen Ektoplasma Experimenten ergeben am Ende wenig Sinn und man sollte überlegen, bestimmte Klischee-Elemente, wie Schatten im Spiegel, klemmende Wäscheschächte und Ereignisse nach einer Duschszene schlicht auf den Index für Drehbuchautoren zu setzen, wenn sie denn so zusammenhanglos eingebunden werden wie hier.
Natürlich fühlt man mit Matt mit, der arme Kerl hat Krebs im Director´s Cut und zudem noch die wenig erstrebenswerte Eigenschaft, Teile der grausamen Vergangenheit des Hauses hautnah miterleben zu müssen. Doch was ihm und seiner Familie im Endeffekt widerfährt, ist leider kaum der langen Rede wert und am Ende wird das Krebsleiden nur als fadenscheiniger Vorwand benutzt, Kontakt mit der Zwischenwelt aufnehmen zu können.
Darüber hinaus geben die Räume des Hauses wenig her, Jump Scares wie sich erhebende Dämonen mit eingeritzten Schriftzeichen sind absolute Mangelware und selbst die bemühte Sounduntermalung strandet bereits nach Hälfte der Laufzeit.
Immerhin entbehren Kamera, Schnitt und Ausleuchtung nicht einer gewissen Ästhetik und auch die blasse Farbgebung ist in vielen Momenten angemessen, - denn Regisseur Peter Cornwell ist glücklicherweise weit entfernt vom nach wie vor angesagten visuellen Overkill.
Auf inhaltlicher Ebene tritt man hingegen zu lange auf der Stelle und reiht eine vage Idee nach der anderen ein, während man vor Matt mit seinen tiefen Augenrändern, bleicher Haut und schräger Kopfhaltung fast schon am ehesten Angst bekommt.
Demgegenüber gibt es Knistern und Knarzen im Weichspülerformat, ein paar Fratzen im Vorübergehen, das übliche Nachforschen in der Bibliothek und natürlich einen Geistigen, der kurzerhand versucht, das Böse auszutreiben.
Alles reichlich ideenlos und wenn Kyle Gallner als Matt und Virginia Madsen als seine Mutter nicht so viel Präsenz einbrächten, könnte man sich noch nicht einmal an den Protagonisten orientieren.
Da spinnt also mal wieder die Elektronik, jede Menge Schwarzweiß-Fotos spielen mit und wenn jemand schon im morschen Dachboden einbricht, kann darunter nur eine Kiste mit hinweisgebenden Material stecken.
Wer vorher eine Checkliste mit Klischee-Szenen erstellt, dürfte diese am Ende nahezu komplett abgearbeitet sehen.
Es ist nicht die annähernde behäbige Erzählweise, die diesen Spukhausfilm mit integriertem Familiendrama so dröge erscheinen lässt, sondern die pure Ideenlosigkeit und der Mangel an Schauwerten.
Zu vorhersehbar, zu wenig abwechslungsreich und nur auf visueller, sowie schauspielerischer Ebene verträglich.
Knapp
4 von 10