Um mit ihrem krebskranken Sohn Matt näher an der Klinik zu sein, ziehen die Campbells nach Connecticut. Mutter Sara hat ein günstiges Haus gefunden, dass der schlechten finanziellen Lage der Familie entgegen kommt. Kaum eingezogen erfährt die Familie, dass das Haus mit einer dunklen Geschichte aufwartet. Es wurde früher als Bestattungsinstitut genutzt und es kam zu unvorstellbaren Geschehnissen mit schwarzer Magie. Sehr bald beginnt Matt, unheimliche Dinge wahrzunehmen. Die Eltern zweifeln: Liegt es an den starken Medikamenten? Oder doch am Haus? Als Jonah, der Sohn des damaligen Besitzers, plötzlich zurück kehrt, beginnt für die Campbells ein unvorstellbares Grauen ...
Gerade in der heutigen Zeit, wo im Horror-Genre immer mehr Wert auf Härte und Brutalität gesetzt wird, ist es doch besonders erwähnenswert, wen es ein "Gost-House-Film" auf die große Kinoleinwand schafft. So geschehen auch bei vorliegendem Werk von Regisseur Peter Cornwell, das in die Stilrichtung des guten alten Klassikers "The Amityville Horror" geht. Nun wirbt man auch hier mit dem in den letzten Jahren immer populärer gewordenen Slogan"Nach einer wahren Begebenheit", um den Zuschauer noch neugieriger zu machen. Ob dieser Slogan im vorliegendem fall auch zutrifft, lasse ich einmal dahingestellt, war er doch auch keinerlei Entscheidungshilfe, ob ich mir diesen Film anschaue oder nicht. Um es schon einmal vorwegzunehmen, an die hervorstechende Qualität des oben genannten Klassikers kann dieser Film nicht ganz heranreichen, aber im Gegensatz zu einigen anderen eher kläglichen Versuchen in den letzten Jahren, einen guten Spukhaus-Thriller zu kreieren, ist "Das Haus der Dämonen" ein wirklich sehr atmosphärischer und sehenswerter Film.
Zwar kann hier das Haus an sich nicht die Bedrohlichkeit aufkommen lassen, wie es noch bei "The Amityville Horror" der Fall war, denn dafür wirkt es ganz einfach zu "normal", dafür wird man mit hervorragend in Szene gesetzten Visionen entschädigt, die vor allem immer wieder den an Krebs erkrankten Matt heimsuchen, der daraufhin sogar phasenweise das Gefühl bekommt, seinen Verstand zu verlieren. Auch nachdem die gesamte Familie erfährt, das sich einst ein Bestattungsinstitut in dem alten haus befunden hat, ahnt noch keiner, was wirklich innerhalb der Mauern geschehen ist. Denn erst als Matt und seine Schwester immer mehr alte und sehr mysteriöse Fotos finden, beginnen sie nachzuforschen und kommen schließlich einem schrecklichen Geheimnis auf die Spur.
Nun ist die hier erzählte Geschichte zwar nicht gerade neu und zudem auch noch äusserst klischeebehaftet, was aber nichts an der Tatsache ändert, das sie interessant und spannend umgesetzt wurde. Und größtenteils herrscht auch dieses typische Grusel-Feeling vor, das bei Filmen dieser Art om Prinzip das Wichtigste überhaupt darstellt. So gibt es dann auch mehrere Passagen, in denen man eine aufkommende Gänsehaut nicht wirklich unterdrücken kann und mehrere gezielt eingesetzte kleinere Schockeffekte tun ihr Übriges, damit sich eine herrlich unheimliche Atmosphäre entfalten kann. Teilweise kann man meiner Meinung nach sogar davon sprechen, das einen das Geschehen fast magisch anzieht und eine starke Faszination auf einen ausübt. Auch die Tatsache, das man ziemlich lange nicht so genau weiss, wie die ganzen Geschehnisse im Zusammenhang stehen, sind für den konstant guten Spannungsbogen sehr förderlich und sorgt so dafür, das die Aufmerksamkeit und Neugier des Betrachters zu keiner Zeit nachlassen.
Besonders gut hat mir gefallen, das nicht nur die mysteriösen Ereignisse bearbeitet werden, sondern das hier auch noch Platz für die familiäre Situation und die vorhandenen Spannungen gelassen wurde, die sich durch die Krankheit von Matt ergeben. Auch diese Passagen werden sehr intensiv und anschaulich dargestellt, wobei insbesondere die Meinungsverschiedenheiten der Eltern sehr gut zur Geltung kommen. Vor allem das authentische Schauspiel von Virginia Madsen hat dem Film seinen Stempel aufgedrückt, sie spielt die besorgte und liebende Mutter wirklich hervorragend, strahlt auf der einen Seite immer wieder Optimismus und Hoffnung aus, zeigt jedoch andererseits in einigen stillen Momenten auch, wie es emotional wirklich in ihr aussieht.
So kann man letztendlich von einer sehr gelungenen Mixtur aus Gruselfilm-und Familiendrama sprechen, wobei der Gruselanteil aber ganz eindeutig im Mittelpunkt der Geschichte steht. Ein meiner Meinung nach sehr gelungener Spagat, der diesen Film auch etwas von anderen Genrevertretern abhebt und ihn so zu etwas Besonderem macht. Auf jeden fall aber handelt es sich um einen Film, den man ohne Bedenken weiterempfehlen kann und der ganz besonders für Freunde des gepflegten Gruselfilms sehr interessant sein dürfte.
Fazit:
"Das Haus der Dämonen" ist endlich einmal wieder ein "Gost-House-Film", der durchaus zu gefallen weiss. Und auch, wenn er nicht die Intensität eines "The Amityville Horror" erreicht, so zählt er doch zu den besseren und sehenswerten Vertretern seiner Art. gepaart mit einer Portion Familiendrama bekommt man ein insgesamt äusserst überzeugendes Gesamtpaket präsentiert, das sich jederzeit sehen lassen kann und bestens für einen gruseligen Filmabend geeignet ist.
7/10