Nun, nachdem die Ära der erfolgreichen Mysteryserie um die unheimlichen Fälle des FBI mittlerweile ihr Ende gefunden hat, zeigt sich, dass "Akte X - Der Film" nur ein ganz kleines Stück vom großen Kuchen ist. Die Kinoproduktion ist nur eine Zwischenetappe der ganzen komplexen Geschichte der nicht abgeschlossenen Folgen um die Beweise der Existenz von Außerirdischen und deren Verschwörung seitens der Regierung. Nichtkenner der Serie sollten daher, wenn sie es nicht schon von Natur aus machen werden, einen großen Bogen um diesen Film gehen. Auch Gelegenheitsgucker, die vermehrt nur die in sich abgeschlossenen, größtenteils genialen und sehr spannenden Folgen kennen werden, könnten mit "Akte X - Der Film" ihre Schwierigkeiten bekommen. Diese Produktion ist nämlich ziemlich speziell für Fans der TV-Serie ausgerichtet und fordert schon zwangsmäßig zumindest die grobe Kenntnis über die ersten fünf Staffeln als Grundvoraussetzung.
Zum Handlungszeitpunkt wurden die X-Akten hier gerade geschlossen, sodass sich die Kultfiguren Mulder und Scully in einer Anti-Terroreinheit wieder finden. Durch einen Informanten erfährt Mulder über die Leichen von ein paar Feuerwehrmännern und einem Jungen aus Texas, deren Todesursache allerdings vertuscht werden sollte. Dadurch kommt er zusammen mit Scully dem Virus erst auf die Spur, wobei Mulder glaubt, dass er außerirdischen Ursprungs ist. Der Nichtkenner der TV-Serie wird von der augenscheinlich, zugegeben, ziemlich absurden und bizarren Story nicht sonderlich angetan und auch vom Spannungsbogen nicht sehr begeistert sein, denn besonders spannende und spektakuläre Momente wie beispielsweise die Jagd durch ein Maisfeld oder das Brechen der eisigen Schneedecke gibt es nicht all zu viele. Die Effekte sind dabei größerer, umfangreicherer angelegt als in der TV-Serie und zudem auf erstaunlich guten Niveau. Die musikalische Untermalung müsste einem durchweg bekannt vorkommen.
Für die Fans von "Akte X" ist es sicherlich auch positiv zu vermerken, dass die zu dieser Zeit wichtigsten und bekanntesten Figuren vom Zigarettenraucher und den anderen Hintermännern über Direktor Skinner bis hin zu den einsamen Schützen einem hier wieder begegnen. Die Beziehung der beiden Hauptcharaktere Mulder und Scully findet hier eine wichtige Annäherung. Nur Arbeitskollegen sind sie schon lange nicht mehr und dass das Skript für die Zukunft auch mehr als nur Freundschaft vorsieht, bahnt sich ebenfalls schon an. Gespielt werden die beiden natürlich von David Duchovny und Gillian Anderson, wobei Duchovny seinem Mulder wieder eine ausgewogene Portion Humor und Anderson ihrer Scully eine ebenso typische Dosis Skepsis verleiht.
Im großen und Ganzen ist dieser abendfüllende Kinofilm nur ein kleines Puzzleteil der ganzen Serie, dass allerdings ein wichtiger Bestandteil ist, da der Fan vieles rund um den Alienvirus näher erfährt. (Noch 8/10 Punkten)