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Nicht nur für Hardcore-Fans ein spannender Ritt

Ich weiß es noch, als wäre es gestern: montags kam "Akte X" und ich durfte manchmal mit meinen Eltern gucken - ein Highlight meiner damaligen, kindlichen Woche und rückwirkend betrachtet sicher ein wegweisender Grund, warum ich Horror, Sci-Fi und Genrefilme am meisten mag. Also kamen wir, im Sommer 1998, kurz nach der WM 1998, natürlich auch nicht um den Kinogang herum, als die FBI-Agenten Mulder und Scully als Brücke zwischen den Staffeln 5 und 6 nun endlich sogar die Leinwände der Welt unsicher machen durften. Es war ein brütend heißer Augusttag und der Film passte perfekt in die Zeit. Nervenaufreibend, teurer als sonst, aber dennoch wie nach Hause kommen - so fühlte es sich an. "Akte X - Der Film" schafft es die Fans der Serie zu befriedigen aber auch Neulinge stark zu unterhalten - viel mehr konnte man kaum verlangen!

Verschwörung, Alienviren, (unterdrückte) Liebe, böse Regierungsapparate bzw. Organisationen - das funktioniert wohl immer, hat sich auch solide bis heute gehalten. Es ist die Weiterführung der Kernthemen der Serie und die sind nunmal universell und passten hervorragend in die 90er bzw. frühen 00er. Das hohe Budget lässt den Look vom TV locker auf der Leinwand aufblühen, es gibt mehr als genug Schauwerte und explosive Setpieces. Durchaus spektakulär darf man sagen, ohne komplett die Bodenhaftung oder die Connection zum Fernsehen zu verlieren. Akte X bleibt intim und episch zugleich. Es wirkt authentisch und organisch, der Film fügt sich hervorragend ein. David Duchovny und Gillian Anderson waren zu der Zeit schon vollkommen mit ihren ikonischen Rollen vertraut und gehen in ihnen bis ins Kleinste auf, setzen bewusst Charakterhighlights. Die zwei sind Anker der Serie, dieses Films und als Identifikationsfiguren unersetzbar.

Die grundsätzliche Geschichte ist simpel und nachvollziehbar, macht neugierig auf mehr bzw. die Serie, doch selbst die akribischsten Fans werden genug Anhaltspunkte, Ansätze, offene Fragen und Insider finden, um mit dem ersten Kinoableger zufrieden zu sein. Die Mischung passt. Da hat man schon ganz andere TV-goes-Kino-Experimente gesehen, die überhaupt nicht funktioniert haben. Hier stimmt der Flow und nicht nur der Film bewegt sich wie aus einem Guss, kennt keine Längen. Das Tempo ist enorm hoch, das etwas nicht stimmt, ist unterbewusst immer spürbar, die Darsteller sind gewohnt klasse, die Spannung geht nie aus und egal ob als Einstieg, als Abschluss oder als Zwischensnack - es ist ein sehenswerter, fetter Eintrag in die X-Akten. Nicht außergewöhnlich im Kontext des Franchise, aber das ist an sich ja schon außergewöhnlich genug.

Fazit: Mulder + Scully funktioniert auch auf der großen Leinwand! Und dafür, muss man sich nur minimal in deren Universum auskennen... obwohl Vorwissen natürlich nicht schadet. Insgesanmt ein starker Angelpunkt der kompletten Serie und eine sehr gute, hoch budgetierte Doppelfolge, könnte man sagen. Hat eigentlich alles, was man an "Akte X" liebt. Ausreichend davon.

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