Ein Film für Fans der TV-Serie "Akte X"... und das ist im wörtlichen Sinne gemeint, denn der vorliegende Kinofilm überbrückt die "Pause" bzw. den "Graben" zwischen der fünften und sechsten Staffel der erfolgreichen Mystery-Serie. Zwar kann der Film durchaus auch für der Serie Unkundige unterhaltsam sein, das volle Potential entfaltet er aber erst, wenn man die Serie von Anfang an verfolgt hat oder zumindest bis zum Ende der fünften Staffel vorgedrungen ist.
Für mich und meine Frau war dies erst recht spät der Fall, hatten wir in den 1990er Jahren, als die Serie und die Kinofilme populär waren, mit unseren ersten Schritten im Berufsleben genug zu tun. Nun mehr als zwanzig Jahre später haben wir nicht nur die ersten fünf Staffeln uns angesehen, sondern waren jetzt auch bereit, den ersten Kinofilm aus dem Jahre 1998 zu genießen.
Der Film beginnt 35000 Jahre vor Christi Geburt, wenn zwei Urmenschen eine unheimliche Entdeckung in einer Eishöhle im Norden Texas machen - das ist auch unter dem Gesichtspunkt bemerkenswert, dass die Wissenschaft heute davon ausgeht, dass der Kontinent Amerika erst vor rund 15000 Jahren von Menschen besiedelt worden ist. Aber bei "Akte X" isat nichts unmöglich, es sind ja auch die so genannten "X-Files" des FBI. Die unheimliche Entdeckung entpuppt sich als ein Alien und so kommt es 35000 Jahre vor unserer Zeitrechung im Norden Texas
zur ersten Auseinandersetzung zwischen Menschen und Aliens. Die Aliens gewinnen und so scheint auch die zweite Begegnung an demselben Ort in unserer Gegenwart (1998) zu verlaufen, wenn Kinder durch Zufall die Höhle entdecken. Der Schauplatz wechselt und nun treten zum ersten Mal die Protagonisten des Films und der Serie auf, Fox Mulder und Dana Scully. Am Ende der fünften Staffel waren sie strafversetzt worden und müssen nun in Dallas einer anonymen Bombendrohung nachgehen. Ohne ihr Verschulden geht die Bombe hoch und tötet dabei einen ihrer Vorgesetzten. Auf der Abschussliste der Behörde stehend, versucht man ihnen eine Mitschuld daran in die Schuhe zu schieben. Da in dem zerbombten Gebäude auch die sterblichen Überreste eines Jungen gefunden werden, die eigentlich nicht da sein sollten, kommen die beiden Agentenin Kontakt mit den Ereignissen in Nordtexas. Dabei geraten sie erneut auf die Spur einer Verschwöreung, an der höchste Regierungskreise beteiligt zu sein scheinen. Es ist eine Entdeckung, die ihnen schon aus den fünf Fernsehstaffeln zuvor durchaus bekannt ist.
Wie in den meisten Folgen der TV-Serie können Scully und Mulder eine Reihe von Dingen ermitteln, doch am Ende des Films (und auch den meisten TV-Folgen) stehen sie ohne Beweise da. Dies ist insbesondere für den von der Handlung gefangenen Zuschauer in der Regel recht frustrierend, wenn er sich nicht am Spiel der beiden Hauptcharaktere ergötzen kann. Und dies ist auch hier der Fall. David Duchovny und Gillian Anderson können in diesem Punkt glänzen - aber das Drehbuch und die Dialoge, die ihnen Chris Carter und Frank Spotnitz geschrieben haben, machen es ihnen auch einfach. In den Nebenrollen glänzt dieses Mal ein von mir sehr geschätzter anderer Seriendarsteller, Martin Landau (bekannt aus "Mondbasis Alpha 1").
Der Film profitiert an verschiedenen Stellen von den technischen Möglichkeiten, die das Format Kinofilm im Vergleich zum TV-Serienstandard bietet. Dennoch bleibt vieles (was das "Storytelling", das "Acting" oder auch die Tricktechnik angeht) erstaunlich "erdig", das heißt, man hat häufig das Gefühl, nur eine längere TV-Folge zu schauen. Dies mag man sowohl positiv als auch negativ bewerten. Ich habe mich daran nicht gestört, bin ich doch, wie oben schon ausgeführt, derzeit in einem "Akte X - Flow" und möchte stets wissen, wie es weitergeht.
Weitergeht die Handlung in der sechsten Staffel der TV-Serie (nein, nicht die des Films, sondern die Geschichte um die von uns allen lieb gewordenen FBI-Agenten). Man könnte die sechste Staffel sicherlich auch ohne den Film anschauen (es fehlt einem nichts), ohne die Kenntnis der zuvor gedrehten fünf Staffeln fehlt aber einiges.
Auch deshalb ist der Film ein Muss für jeden Fan!