Review

Mehr oder weniger als Geheimtipp geltender italienischer Horrorfilm von Ugo Liberatore aus dem Jahre 1977. Einerseits erinnert „Die Wiege des Teufels“ stark an Filme wie „Wenn die Gondeln Trauer tragen“ oder Okkult-Horror wie „Rosemary’s Baby“, andererseits setzt Liberatore durch eine recht kunstvolle Inszenierung, die immer wieder harsch durch harte, blutige Effekte und Ekel-Sequenzen unterbrochen wird, reichlich eigene Akzente. Die Parallelen zu „Wenn die Gondeln...“ sind dem Drehort Venedig, aber auch der unheilvollen Atmosphäre und der Geschichte um eine böse, nicht greif- oder belegbare Vorahnung geschuldet. An „Rosemary’s Baby“ fühlt man sich erinnert, weil es letztlich um eine Paranoia um die bevorstehende Geburt des Teufels Sohn geht. Die erste Hälfte des Films ist dramaturgisch stark, wird anschließend aber zunehmend konfuser und schwer nachvollziehbar. Andererseits lädt er dadurch natürlich auch zum Noch-einmal-Anschauen ein. Interessanter Genre-Beitrag, der zwischen Plagiat und Eigenständigkeit pendelt und dessen evtl. vorhandener Tiefgang sich mir noch nicht erschlossen hat.

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