Zu Bob Hopes wohl frühesten Erfolgen zählt sicherlich auch „The Cat and the Canary“, die Verfilmung eines gruseligen Bühnenklassikers, in dem Bob anno 1937 mal so richtig die Knie schlottern durften.
Aber was bis zum Ende des folgenden Krieges die Massen begeistert hatte, muß ja nicht bis in alle Ewigkeit taufrisch bleiben und die wenigsten Stücke überleben die Dekaden unbejahrt.
Deswegen sollte man Tote auch nur wecken, wenn man wenigstens für fünf Cents Ideen im kleinen Finger besitzt.
Dem ist leider nicht so im Falle von Radley Metzger, seines Zeichens einer der berühmtesten Regisseure aus der Pornobranche, zu Zeiten, als die Rammelfilme noch in großen Sälen liefen. Der durfte nach einigen Bombenerfolgen sich 1979 auch mal an einem Film versuchen, bei dem nun wirklich jeder die Hose an lässt, doch das Ergebnis ist leider auch nicht gerade befriedigend ausgefallen.
Ausgestattet mit ein paar (mittleren) Größen des britischen Films bemüht man sich um Starpower, aber die Strahlkraft von Honor Blackman (The Avengers, Goldfinger) ist leider hier schon in die Jahre gekommen und sie spielt auch nur nominell die Hauptrolle, weil sie den größten Namen hat. Wilfried Hyde-White hat noch den meisten Spaß und spult seine Rolle als Film im Film ab, der einzige Moment, wo die Interaktion zwischen dem filmischen, vor 25 Jahren aufgenommenen Testament und der Testamentseröffnung witzige Momente provoziert.
Ansonsten herrscht triste Langeweile, zu dem selbst Edward Fox kaum etwas beisteuern kann bei seinen kurzen Auftritten.
An sich handelt es sich ja um ein „Murder Mystery“ – die Story von der Erbin, die eine Nacht in einem großen, dunklen Haus mit vielen unbefriedigten Erbschleichern verbringen muß, ohne wahnsinnig zu werden. Nur leider ist das große Haus hier hell und licht und sehr weich ausgeleuchtet, die Dialoge sind nicht im geringsten pointiert (wie es etwa Agatha Christie stets gelang) und Spannung kommt leider zu keiner Minute auf, nicht einmal wenn der angebliche entflohene Mörder, ein entstellter Riese auftritt, wirkt das wie ein Kirmeseffekt.
Metzger scheitert deutlichst an der Schauspielerführung, trennt nicht genau in Gut und Böse (eine unverzichtbare Grundlage, um später Dinge auf den Kopf stellen zu können) und lässt auch die Sympathieträger nie so richtig in den Vordergrund. Von Spannungsmusik keine Spur dödelt der Film lendenlahm seinem Ende und der Auflösung entgegen, die nicht mal eine Szene im Folterkeller noch aufwerten kann.
Das Ergebnis sind 90 Minuten gepflegter Langeweile, die so angestaubt wirken, wie das Stück inzwischen alt ist. Für Metzger war es eh einer der letzten seiner Filme, man kann kaum sagen, er habe seine Chance genutzt.
Für tendenziell interessierte Zuschauer möchte ich aber erwähnen, das eine flotte Runde Scrabble ähnlich aufregend ist und einem nebenbei sogar noch Erfolgserlebnisse bescheren kann. (3/10)