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Der Ideengeber fürs Grundkonzept dürfte wohl eindeutig „From Dusk Till Dawn“ gewesen sein, wenn es darum geht, einen Haufen Partygäste auf ein Schloss zu locken, damit anschließend eine Horde erlauchter Vampire über sie herfallen kann.
Getragen wird die dünne Story allein von den skurrilen Figuren und der leichtfüßigen Stimmung.

Die drei Party-Freaks Sam, Alice und Prune stehen im Mittelpunkt dieser Horror-Groteske.
Über Umwege ergattern sie drei Karten für die legendäre Party im abgelegenen Schloss, von der jeder spricht, aber offenbar niemand persönlich berichten kann. Nach kurzer Zeit des Feierns entdecken sie jedoch, dass es sich bei den Gästen des VIP-Bereichs um Blutsauger handelt und man tritt eine turbulente Flucht durch die unzähligen Räume des Gebäudes an.

Die Geschichte gibt in der Tat nicht viel her, so dass der Ablauf zwangsläufig mit viel Bewegung und einer Menge komischer Momente ausgestattet werden muss, was über weite Teile, bis auf kleinere Längen im Mittelteil recht gut gelingt.
Weniger die drei Hauptfiguren sind für die zielsicheren Gags zuständig, sondern eher einige Wegbegleiter, wie der Promi-Zahnarzt, der alle mit der Definition seines Berufstandes begrüßt oder der Schüchterne, der sich bei jeder Begegnung mit einer attraktiven Frau sogleich in die berühmte Szene aus „Titanic“ hineindenkt und am Bug des Schiffes die Arme ausstreckt. Nicht zu vergessen ein Adjutant des Gastgebers, der sich für ein eindeutiges Rollenspiel mit einem Minister in Handschellen vorbereitet und sich dafür, es sieht zum Schießen dämlich aus, in Lederkluft wirft und sich einen schwarzen Ball in den Mund steckt.

Dass der Film sich nicht sonderlich ernst nimmt und selbstironische Momente ebenso einbindet, wie vorherrschende Klischees über Vampire ein wenig ad absurdum führt, tut dem Streifen sichtlich gut.
So tauchen während eines Duells zweier Vampire Leute von der Filmcrew im Hintergrund auf, um eine Waffe zu reichen, während an anderer Stelle Dias einen historischen Hintergrund veranschaulichen sollen, wobei jedoch ein Urlaubsfoto der Vorträgerin in die Reihe gerät.
Locker flockig geht die Chose vonstatten und man ist froh, dass die Gags nur minimal unter der Gürtellinie landen und nie auf Fäkalniveau herabsinken.
Hier setzt man gezielt auf Situationskomik, indem der Zahnarzt durch diverse Arme und Taschentuch lange Zeit nicht das Vampirgebiss seines Gesprächspartners sieht, das Paris Hilton Pendant eine rasche Wandlung zur toughen Vampir-Killerin durchmacht und ein Helfer seiner Eminenz Witze vorträgt, um die Echtheit einer Leiche zu prüfen.

Was hingegen erstaunt, ist der Mangel an blutigem Biss, denn ordentliche Splatterszenen finden sich fast gar nicht, bis auf harmlose Durchbohrungen und noch harmlosere Bissattacken. Sobald es ans Eingemachte geht, blendet man dezent zur nächsten Szene über, obgleich die Maske eine saubere Arbeit hinlegt, was diverse Make-Up-FX durchaus belegen.
Lediglich das Schloss aus einiger Distanz wirkt durch die CGI ein wenig zu steril.

Man setzt also voll auf die Humorschiene und groteske Einfälle, auch wenn das den eindimensionalen Abläufen nicht konsequent entgegen kommt.
Doch im Gesamtbild wirkt das recht frisch, was zwei Franzosen da zusammengeschustert haben, denn aufgrund hoher Gagdichte zünden doch erstaunlich viele Szenen.
Selbst der leicht veraltete Witz amüsiert, einen magischen Zauberspruch aus einem antiken Buch vorzulesen und sich daraufhin gleich mehrfach zu verwandeln, genauso wie die Tatsache, dass sich der uralte Ober-Vampir zwischen all dem Trubel erstmal eine ausgiebige Haar-Kur gönnt und sich anschließend für entstandene Locken rechtfertigt.

Daraus resultiert eine Mischung aus klassischen Zucker/Abrahams Filmen mit einem Hauch von Polanskis „Tanz der Vampire“, ein wenig Mel Brooks und minimalen Parallelen zu Monthy Python.
Zwar hätte der Streifen von allem noch ein wenig mehr vertragen können und etwas Abwechslung innerhalb der Story hätte auch gut getan, doch für einen vergnüglichen Abend zum Abschalten reicht es allemal.
6,5 von 10

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