Review

kurz angerissen*

erstmals veröffentlicht: 16.01.2014

Miyazaki lässt die Dinge inzwischen endgültig auf sich selbst referieren. Sein „Ponyo“ ist ein Alterswerk, das mit sich selbst vollkommen im Reinen ist und daher die Zeit findet, sich auf die Ästhetik des Wasserelements zu konzentrieren. Der Wellengang bewegt sich in einer unermesslichen Vielfalt an zeichnerischer Struktur fort: Mal transparent, dann eine dicke Linie, wuselnd von Leben und dann doch wieder klinisch rein, sich kräuselnd und dann wieder vollkommen eben. Kreaturen schälen sich aus dem Nichts, schöpfen wiederum neue Kreaturen, bis die ganze Schöpfung wieder zusammenfällt. Animationstechnisch ist „Ponyo“ eine Ode an das Meer als Lebensschöpferin, und trotz des hohen Abstraktionsgrads, der wohl nur vom Erwachsenen bemerkt wird, birgt er das Potenzial für einen endlos niedlichen Kinderfilm, der es nicht nötig hat, moralische Formeln zurechtzuschneidern, um Klein und Groß gleichermaßen mit seiner Einfachheit zu begeistern.

*weitere Informationen: siehe Profil

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