Review

Fünf Jahre nach Nikos kommt jetzt der neue Andreas Schnaas heraus, der vor dem DVD-Veröffentlichungstermin bereits als DVD-Screenings in einigen Kinos zu sehen ist.

Der Schauplatz des Filmes ist fast ausschließlich ein heruntergekommenen, altes Schloss irgendwo in Norddeutschland. Die Story ist erwartungsgemäß recht simpel: Ein VW-Bus voller (logisch) junger Frauen ist auf dem Weg zum Schloss, in dem eine ihrer Freundinnen auf sie wartet. Während die Mädels auf dem Weg sind, versucht die Wartende im Schloss ein Bild eines Nazis zu verdecken. Die Gelegenheit nutzt der Hausdiener - eine Mischung aus einem alten Christoper Lee-Vampir und Riff Raff -, um die Geschichte des Hauses zu erzählen. Vor 66 Jahren kam es auf dem schlosseigenen Friedhof zu "Unregelmäßigkeiten" mit jungen Frauen, Nazis und jahrhundertealten Templern. Während die Mädels der Gegenwart angekommen sind und sich frisch machen, macht sich eine abgehalfterte Metal-Band auf den Weg, um an dem Abend im Schloss zu spielen. Die Band hat keine besondere Rolle, außer direkt bei der Ankunft als Splatter-Material zu dienen. Im Schloss taucht ein junger Mönch auf, der es sich Lebensaufgabe gemacht hat, das Böse auf diesem Friedhof zu bekämpfen. Denn unglücklicherweise haben die Toten nur alle 66 Jahre eine Nacht Zeit, um aus der Versenkung aufzutauchen. Und so beginnt das muntere Dezimieren….. 

Im Gegensatz zu Nikos, den Andreas Schnaas in New York spielen ließ, ist der Schauplatz diesmal mitten im norddeutschen Nirgendwo. Die Ankunft der Mädels könnte fast direkt aus Troma´s „Hexenhaus“ stammen. Gedreht wurde der Film auf Englisch, die deutsche Synchronisation ist aber absolut okay. Was nicht für die Dialoge an sich und die schauspielerischen Leistungen gilt. Für Amateur-Niveau okay, aber hat Andreas Schnaas nur den Anspruch, auf bisherigem Level zu verharren? Die Mädels sehen bis auf zwei Ausnahmen recht nett aus, zeigen aber nicht wirklich all zu viel Haut. Die Handlung läuft erwartungsgemäß lediglich auf die Dezimierung der Frauen hinaus und flechtet dabei „gekonnt“ den Gelöbnisbruch des Mönches mitsamt Eifersuchtsdrama zwischen zwei der Frauen ein. Das dies natürlich mitten in einer üblichen „Wir-bleiben-allen-zusammen-aber-wir-zwei-müssen-trotzdem-dringend-das-und-das-erledigen“-Situation passiert, ist nicht weiter verwunderlich. So hat man im Film wenigstens was zu lachen, wenn zwischen den Morden ein debiler Dialog zu einer schnellen Nummer mit anschließendem oscar-trailer-reifen Herzbrechen führt. Das alles wäre gut und schön, wenn der Film sich nicht die Mühe geben würde, ernst zu sein oder andersrum, sich eben nicht allzu ernst nehmen möchte. Aber so sieht man mäßig talentierten Schauspielern zu, wie sie versuchen, ernsthaft zu schauspielern. Das klappt leider nicht.

Nachdem die ganze Mannschaft dann fast vollständig ausgelöscht wurde, hat die bereits vergessene Band doch noch ihre Auftritt. Ohne Erklärung spielt die Band auf einmal, was das Zeug hält, die bisher Gekillten tanzen ab und die alten Nazi- und Templer-Leichen wippen im 1. Stock fleißig mit. War witzig, aber was war der Sinn? Das sah aus, wie eine Mischung aus Tito & Tarantula aus „From Dusk Till Dawn“ und einer Szene aus der „.Rocky Horror Picture Show“  auf Drogen. Während die Meute Party macht, fährt die letzte Überlebende von dannen….

Effektemäßig ist das ganze für dieses Produktionsniveau ordentlicher Durchschnitt; aber eben leider nicht mehr. Insgesamt bewegt sich alles auf durchschnittlichem Niveau; nur der Einsatz der Band geht irgendwie gar nicht. Wenn sich der Film – wie z.B. die Tromas – nicht zu ernst nehmen würde, käme einiges ganz gut rüber. Aber so sollte sich Andreas Schnaas vielleicht überlegen, wirklich professioneller zu arbeiten oder eben den Spaßeffekt von Anfang an zu berücksichtigen.

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