Review

Andreas Schnaas, Urgestein des deutschen Amateursplatters, meldete sich 2008 nach der fünfjährigen Pause nach NIKOS THE IMPALER mit seinem Werk DON’T WAKE THE DEAD zurück. Die Erwartungen der Fangemeinde an den Mann, der mit VIOLENT SHIT den einzig nennenswerten Helden im deutschsprachigen Horrorfilm (Karl the Butcher) erschuf, waren gewiss hoch, doch Meister Schnaas gelang es erneut die hungrige Splattergemeinde mit billigen Mitteln zum Jauchzen zu bringen.

Die Story ist zwar wie immer bei Schnaas ziemlich für’n Allerwertesten, dennoch hier eine grobe Zusammenfassung: Dickbrüstige Mädels, altes Anwesen, Tempelritter, die alle 66 Jahre ihren Gräbern entsteigen, Nazizombies, Splööööddaaaaaar!!!, Ende.
Verstanden? Nein? Macht nix, nicht so wichtig. Die Story um die verwesten Templermumien, die stark an die „reitenden Leichen“ erinnern, ist jedenfalls überaus nett und unterhaltsam. Da die Mädels bis zum Morgen ausharren müssen, um den Spuk zu überleben, ähnelt der Plot stark dem GESCHICHEN AUS DER GRUFT-Kracher RITTER DER DÄMONEN. Die adretten jungen Damen sind Billigschauspieler erster Kajüte, aber gar nicht mal so unansehnlich. Zu Hilfe eilt den Chicks ein oller Mönch bewaffnet mit – und jetzt haltet euch fest! – einer Fliegenden Guillotine wie man sie aus Wang Yu’s DUELL DER GIGANTEN kennt. Ergo: Wurf, Kopf ab, Soße, pritz – Genial!
Das sinn- und anspruchslos Vorgeplänkel ufert natürlich ziemlich bald in ein wahnwitziges Gemetzel aus, dessen Highlights folgende sind: sprudelnde Halsstümpfe, platzende Köpfe, halbierte Nazis, herausgerissene Herzen und diverses im Stich- und Hackbereich. Der Splatter macht Spaß, hätte aber durchaus noch eine Gangart härter vertragen. Da geht's bei Ittenbach schon deftiger zur Sache. Die Mehrheit der FX ist Latex, allerdings mischen sich auch billige CGI’s darunter.
Am Ende tanzen die Zombies, Templer wie Nazis, im Keller zu einer Untoten-Metalband – Bullshit hoch 10, aber auch irgendwie witzig!

Titten: (+)(+)(-)(-)(-)
Splatter: (+)(+)(+)(-)(-)
Story: (+)(-)(-)(-)(-)
Bullshit-Faktor: (+)(+)(+)(+)(-)

Ziemlich ordentlich für einen Amateur-Splatterfilm, obwohl das Wort „Amateur“ hier eigentlich fehl am Platze ist. Ist Regisseur Andreas Schnaas doch mittlerweile schon über 20 Jahre im Geschäft, 20 Jahre in denen er sein Handwerk immer weiter entwickelt hat.
Resümee für DON’T WAKE THE DEAD: Die Kamera ist okay, die Darsteller sind im Vergleich zu seinen Erstlingswerken weltklasse, die FX sind schön blutig und machen Laune. Das die Story nicht so der Bringer ist, dürfte keinen überraschen, hatte Schnaas während der Dreharbeiten auch mit diversen Widrigkeiten zu kämpfen, u.a. Finanzierungsprobleme und Schauspieler, die während des Drehs absprangen. Somit darf es einen auch nicht wundern, wenn ein Weib, das vor zehn Minuten geköpft wurde, plötzlich wieder im Keller zu Heavy Metal tanzt. Whatever.
Im Vergleich zu NIKOS THE IMPALER, der ja mit internationalen Stars wie Lloyd Kaufman und Bela B. geschmückt war, dürfte diese Schmonzette aber eindeutig einen Rückschritt auf der Schnaas’schen „Karriereleiter“ darstellen.

Mein Fazit dennoch:
My Kind of „Bad“!

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