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Abt.: Die Nacht der (Nicht-)reitenden Leichen

Zusammen mit ihren Freundinnen möchte Lana auf dem Schloss, das sie völlig unerwartet geerbt hat, ein heiteres Wochenende verbringen. Was sie jedoch nicht wissen: Auf dem Anwesen befindet sich ein mittelalterlicher Friedhof und die verfaulten Leichname einiger Tempelritter. Ein grausamer Fluch haucht ihnen alle 66 Jahre für eine Nacht neues Leben ein. Sie dürsten nach frischem Fleisch und heißem Blut. Und so sind Lana und ihre Freundinnen genau heute zur falschen Zeit am falschen Ort.

Andreas Schnaas hat sich als Indie/Amateur Regisseur bisher alles andere als mit Ruhm beträufelt. Zumindest die Filme, die mir bisher untergekommen sind waren ziemliche Gurken, um es mal nett zu sagen. Interessanterweise hat dieser Film den beliebten "keine Jugendfreigabe" Sticker auf der DVD, scheint aber offensichtlich immer noch nicht uncut zu sein, worauf dann auch wieder die kurze Laufzeit von nicht einmal 80 Minuten hindeutet.
Hier schickt er also einen Haufen Mädels auf ein frisch geerbtes Schloß mitten im Nirgendwo, um dort zu renovieren (nicht das je eines der Mädels diesbezüglich einen Finger krumm macht, geschweige denn irgendjemand Werkzeug oder Farbe mitgebracht hat). Dummerweise ist auf dem Gelände ein alter Templerfriedhof, dessen Bewohner alle 66 Jahre für eine mal Gassi gehen dürfen. Auch die Nazis haben einst schon Bekanntschaft mit den Untoten machen müssen und spuken jetzt ebenso mit, was eine lustige Allianz des Bösen ergibt. Einerseits Zombie im Mittelaltergewand und Seite an Seite ein Trupp Nazi-Zombies.
Apropos lustig. Der Film ist mit Sicherheit alles andere als ernst gemeint. Allein die Dialoge der Chicks sind stellenweise himmelschreiend dämlich, dazu kommt noch der Einsatz der guten alten fliegenden Guillotine aus einem Kung Fu Film der 70er, die überzogenen Figuren des Butlers und des Aushilfs Van Helsing (ein Nachfahre der Kartheuser Mönche) und nicht zuletzt die Untoten Disko inklusive headbangender Leichen (der beste Gag des Films) sprechen eine deutliche Sprache.
Originell ist das ganze sicher nicht. Schnaas nimmt das Motiv aus der Nacht der lebenden Toten und fügt eben noch Ossorios untote Templerkadaver hinzu. Erzählerisch sind zwar Fortschritte erkennbar, ich kann mir aber immer noch nicht vorstellen das der gebürtige Hamburger von seinen Regiekünsten leben kann (bestenfalls Zweitbesetzung einer GZSZ Episode). Auch hier wird nach Schema F lediglich die Schnepfenauslese dezimiert, ein paar der immerhin erträglichen Amateurdarstellerinnen dürfen mal ihr T-Shirt lupfen und am Ende geht die Sonne auf.
Immerhin ist dia ganze Sache halbwegs spannend eingefangen und durch die skurrilen Ideen kann man sich auch manchmal ein Grinsen wirklich nicht verkneifen. Fast hätte ich noch den filmischen Darwin Award vergessen, eine Tuss zerdeppert eine Weinflasche, tritt in eine Scherbe und schlitzt sich im Fallen an der nächsten den Hals auf. Die Masken und Kostüme sind sogar größtenteils gut ausgefallen (Manche FX sind aber ziemlich geschlampert). Aus Trash Sicht gesehen macht die ganze Sache sogar Laune, deshalb heute mal meine Schnaas´sche Höchstnote.
6/10

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