"The Mentalist" (Gesamtbesprechung)
Es gibt Serien die einen gleich packen, es gibt Serien die sofort nerven und es gibt Serien wie "The Mentalist"!
Hier lautet das oberste Gebot: dran bleiben, Geduld haben und belohnt werden!
Zu Anfang dachte ich :
Gelackte Schönlinge vor Traumkulisse, flapsige und recht oberflächliche Dialoge, die Fälle teils langweilig - zumindest nichts was man nicht in zig Krimiserien schon xfach (besser, packender und spannender) gesehen hätte - zu humorig für mich, zu seicht und dazu ein fast dauergrinsender Patrick Jane!
"Humor" UND Krimiserie ist einfach nicht mein Fall!
Wer also auf die harte, düstere, triste, ausweglose, kompromisslose Krimiunterhaltung steht, wird hier sicher keine wirkliche Freude haben.
Schnell legte ich die Serie daher auf Eis! Das war mir alles viel zu viel "heile Welt".
Erst viel später gab ich der Serie auf Anraten eines Bekannten noch mal eine Chance und wurde durchaus belohnt.
Zur Serie und meinen Eindrücken an sich:
Es fängt recht durchschnittlich an, nichts wirklich Greifbares was The Mentalist auch nur ansatzweise aus dem dichten Krimiseriendschungel herausstechen liesse, die Fälle mal gut mal langweilig, Action so gut wie keine, richtige Tiefgründigkeit konnte ich kaum feststellen.
Die Darsteller solide, wenn auch im weiteren Verlauf der Serie doch immer besser.
Sobald aber die "Red John Thematik" - der rote Faden der Serie - aufkommt nimmt dann zumindest die Spannung merklich zu!
Dieser rote Faden beschäftigt sich staffelübergreifend mit einem berüchtigten Serienkiller namens Red John, zu dem auch der Mentalist selbst ein besonderes "Verhältnis" hat...
Hier wird durchaus vielschichtiger gearbeitet, mit vielen Wendungen, Geheimnissen und einer Menge guter Ideen.
Dieser ansteigende Spannungsbogen fällt aber auch genauso wieder ab, sobald wieder "normale" Fälle behandelt werden.
Und für mich waren doch zumindest in den ersten beiden Staffeln deutlich ZUVIELE Normalfälle, beziehungsweise viel zu wenig Red John Fälle.
Dieses "Hin und her"- einerseits spannende Red John-Folgen, andererseits eher durchschnittliche "Normal-Folgen" - strapaziert die Spannungskurve doch merklich.
Diese schwachen Stellen machen dann aber die durchweg sympathischen Darsteller wieder einigermaßen wett.
So richtig auf den Geschmack gekommen bin ich im Grunde erst Mitte der 3ten Staffel.
Generell also eine Serie die sich zwar zu "bessern" bzw. zu steigern versteht und der man sicher länger eine Chance geben sollte, die aber auch sehr zwiespältig ist.
Daher bleibt für mich ein leicht fader Beigeschmack aufgrund der vielen "Füllfolgen", der dann aber durch das sich steigernde "Gesamtwerk" nicht mehr ganz so stark ins Gewicht fällt.
Der Score:
Ist mir nicht wirklich nennenswert aufgefallen.
Die Darsteller:
sicher einer der großen Pluspunkte der Serie!
Das Ermittlerteam(Rigsby, Van Pelt, Cho, Lisbon) wurde gut gecastet, harmonisiert sehr gut und Simon Baker füllt die Rolle des trotz schlimmer, erlebter Dinge stets fröhlichen und optimistischen Patrick Jane hervorragend aus.
Lisbon und Jane könnte man mit etwas Wohlwollen durchaus als "Scully und Mulder" der Neuzeit betrachten.
Was hier zudem alles an Gueststars aufgefahren wird, die mit großem Eifer bei der Sache sind, sucht seinesgleichen!
Viele, bekannte Gesichter die man hier in teils genialen Rollen wiederfindet, zum Beispiel die "halbe" Stammcrew aus "24" wie:
Michael Gaston (General David Brucker)
Gregory Itzin (Charles Logan)
Xander Berkley (George Mason)
Michael O'Neill (Richard Walsh)
Henry Ian Cusick (Agent Theo Stoller)
Leslie Hope (Teri Bauer)
Nestor Serrano (Navi Araz)
Joaquim de Almeida (Ramon Salazar)
Ray Wise (Vizepräsident Hal Gardner)
Paul Schulze (Ryan Chapelle)
Mary Lynn Rajskub (Chloe O'Brien)
Dazu bekannte Akteure wie:
Evan Peters (Kit Walker aus American Horror Story)
Pruitt Taylor Vince (Identität)
Malcolm MacDowell(Clockwork Orange)
Rockmund Dunbar(Prison Break)
Altstars wie Meg "Eisauge" Foster aus Carpenters "Sie Leben!"
William Forsythe(The Devils Rejects) als Rigsbys Vater
Gefühlt 199 weitere, bekannte Akteure aus Serien wie:
Prison Break, LOST, The Shield, Jericho, 24, American Horror Story, Damages, Dexter, Fringe, Under The Dome, und und und
Vielleicht hätte man sich von Anfang an die ein oder andere Staffel sparen und sich komplett auf den Red John Handlungsbogen konzentrieren sollen, dann wäre meine Bewertung sicher deutlich höher ausgefallen.
Es bleibt unterm Strich: Weniger (Füllfolgen) wäre hier evtl. mehr(Spannung) gewesen!
Trotz allem eine recht gute 7/10