Eric Stanze, ein junger Regisseur, der sich einen Namen durch extrem gewalttätige No Budget Produktionen machte, versuchte sich in „Scrapbook“ an einem auch für seine Verhältnisse extrem minimalistischen Psycho-Schoker. Mit nur sechs Schauspielern drehte er in nur 13 Tagen einen extrem beklemmenden Film. Es geht um eine junge Frau namens Clara, die in die Fänge eines wahnsinnigen, bestialischen Serienkillers gelangt. Über Claras Vorleben bleibt der Zuschauer anfangs weitestgehend ohne Information. Während man über den Killer Leonard schon früh relativ viel erfährt. Er hatte die berühmte „schwere Kindheit“. In seinem Fall heißt das sexueller Missbrauch und Gewalt in der Familie. Sein Seelenzustand ist extrem labil, krank und pervers.
Für seine meist weiblichen Opfer heißt das Folter und Qual bis zum erlösenden Tot. Ihr Martyrium müssen sie in einem Buch schriftlich festhalten, in dem auch ihr seelischer und körperlicher Verfall feinsäuberlich dokumentiert wird. Mit diesem „Scrapbook“ will der Killer etwas schaffen, wofür man ihn bewundern soll. Das sind seine kranken Gedanken. Im Scrapbook sind nur noch wenige Seiten frei und so soll Clara in diesem unsäglichen Buch das letzte Kapitel schreiben.
Das was Clara schreibt, kann Leonard aber nicht gefallen und so beginnt der Horror. Dass Clara sich aber in grundlegenden Dingen von all seinen vorherigen Opfern unterscheidet, kann der Wahnsinnige hier noch nicht wissen. Clara hat eine wirkungsvollere Waffe als Messer und Äxte: Psychologie!
„Scrapbook“ ist ein Film der durch extreme Gewaltdarstellungen, psychischer und physischer Art, herausstricht. Hier wird dem Zuschauer nichts geschenkt. Jegliche Art der Folter und des Wahnsinns, wird einem in brachial wirkenden Bildern dargebracht. Die Schauspieler schrecken vor rein gar nichts zurück. Die Szenen sind so glaubhaft und realistisch gespielt, dass man vergisst, dass man nur einen Film sieht. Erst als sich gegen Ende eine echte Rape and Revange Story aus dem Film entwickelt fühlt man sich daran erinnert, das auch dies nur Kino ist. Hier verliert der Film dann an seine bedrückende Glaubhaftigkeit und als das Opfer dann den Spieß umdreht, kann man erstmals aufatmen, auch wenn die folgenden Bilder der Folter alles andere als schön sind. Und auch erst hier kann man den Film als Horror oder Splatter im Sinne des phantastischen Films bezeichnen.
„Scrapbook“ ist kein Film für schwache Nerven. Einige werden die Bilder nicht aushalten können oder wollen, andere werden sich selbst krank vorkommen, sich so etwas anzusehen und sie werden ein schlechtes Gewissen kriegen, weil sie sich als Voyeur fühlen. Das muss jeder mit sich selbst ausmachen aber Voyeure sind wir alle!