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US-Amateuer-Sicko von Eric Stanze aus dem Jahre 2000, der in billiger Snuff-Optik und mit schwer an „The Texas Chainsaw Massacre“ erinnernder Kulisse daherkommt. Die Idee des verwahrlosten, irren Serienmörders in einem amerikanischen Dorf, der ein „Scrapbook“, eine Art mit Fotos und Zeitungsartikeln ausgeschmücktes Tagebuch, über seine Untaten führt, ist gar nicht schlecht. Ihm fehlt noch ein letztes Opfer, um sein „Scrapbook“ zu komplettieren - wird aber psychologisch manipuliert, als er sein Opfer auffordert, ihre Gedanken in sein Buch zu schreiben. Wer hier nun allerdings ein raffiniertes, packendes Psychoduell voller Tiefgang erwartet, ist auf dem falschen Dampfer. Fast die gesamte Spielzeit über setzen Stanze und sein Autor Tommy Biondo, der gleichzeitig die männliche Hauptrolle einnimmt, auf explizite, menschenverachtende, harte Szenen, die den Schauspielern sogar mehr als nur Mut zur Nacktheit abfordern. Die Vergewaltigungsszenen sind an der Grenze zum Hardcore und es wird mehrmals versucht, übliche Genregrenzen zu sprengen. Dabei hilft die weibliche Hauptdarstellerin Emily Haack, die nicht nur absolut großartige schauspielerische Leistungen vollbringt, sondern sich für nichts zu schade ist und anscheinend Spaß daran hat, dem Film ein möglichst hohes Maß an Authentizität zu verleihen. Dass sie mit ihrem interessanten äußeren Erscheinungsbild dabei nicht unbedingt das Klischee einer Horror-„Scream-Queen“ erfüllt, trägt sein Übriges zum positiven Gesamteindruck ihres Auftretens bei. Zu den Psycho-Manipulationen des Serienkillers kommt es leider erst gegen Ende des Films und diese verlaufen sehr geradlinig und werden schnell abgespult. Das ist schade, wird dadurch doch das Potential der Geschichte kaum ausgereizt. Somit hat man es letztendlich mit billigem Rape & Revenge zu tun, der mehr auf Härte als auf alles andere setzt und bei dem ich mich mehrmals fragte, warum ich es mir das überhaupt antue. Dennoch: Aufgrund der ambitionierten Schauspieler, allen voran Emily Haack, nicht uninteressant. In jedem Falle absolut masseninkompatibel.

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