Review

Jeder verdient eine zweite Chance. Das weiß Jigsaw, der den „Teilnehmern" an seinen perfiden Spielchen stets die Chance gibt, irgendwie versehrt, aber lebendig aus seinen Fallen herauszukriechen. Und da ich ja mit Filmen und deren pädagogischen Inhalten quasi aufgewachsen bin, habe ich dies auch mit der Sichtung des nunmehr fünften Teils der mittlerweile ausgebluteten Saw-Reihe, deren vierten Teil ich seinerzeit als Ausgeburt der Hölle ansah, beherzigt. Mein Fazit: Eine dritte Chance verdient man nicht. Und da würde mir Jigsaw, der übrigens seit dem vierten Teil tot ist, sogar zustimmen.

Apropos: Für alle, die es noch nicht wissen, nochmal nachdrücklich:
JIGSAW IST SEIT DEM VIERTEN TEIL TOT!
Deswegen gibt es auch dieses Mal wieder nur ein emulgatorhaltiges Prequel-Fastfood anstatt einer „echten" Fortsetzung mit ausnahmslos natürlichen Zutaten. Soll heißen: Man konstruiert die bisherige Story noch etwas um, zeigt wie - neben Amanda - ein zweiter Helfer Jigsaws von selbigem „eingearbeitet" wird, was natürlich wieder zu zahlreichen Überlappungen mit den Teilen 1 bis 3 einhergeht und eigentlich nur wenig Sinn macht. Redundanz hoch 5 ist also angesagt, auch wenn die Story und die Wendungen hier trotz zahlreichen verwirrenden Rückblenden-Anteils durchaus plausibel verläuft und der Film nicht so viele Stakkatoschnittfolgen aufweist wie der Vorgänger. Auch in Sachen genüsslich zelebrierter Folter-Anrichte für Gourmets der Sado-Maso-Küche hielt man sich wohltuend dieses Mal etwas zurück, auch wenn hin und wieder die infantile Nuance des Gekröses (gespaltener Arm/offener Bruch) herauszuschmecken ist. Das war's allerdings auch schon mit den positiven Aspekten des nach wie vor gewöhnungsbedürftigen Bouquets.

Größte Probleme (ich fasse mich kurz):
- extrem blasse Darsteller...
Die Polizisten und/oder Opfer wirken charakterlos, einzig „Jigsaw" Tobin Bell zeigt, was Schauspielern bedeutet. Zumindest in den etwa 10 Minuten des Films, in denen er das darf.
- (mal wieder) ein Ende mit sehr vielen ungelösten Storyfäden... Der US-Starttermin von Saw 666... (man verzeihe mir das Klebenbleiben an dieser Zahl) ist schließlich der 23.10.2009
- verquaste Rückblenden- und alternierende Erzählstruktur, die sehr überladen und eben (siehe oben) redundant wirkt, weil man eben nix mehr rausholen kann, wenn der Killer, um den es immer noch geht, seit dem vierten Teil mausetot ist. Alles andere wäre zudem strafbar und pervers.
- vorhersehbar...
 Wie es ausgeht, ahnt man auch als ungeschulter Zuschauer nach dem ersten Drittel des Films und das macht die ganze Angelegenheit leider auch nicht spannender.

Mehr Worte verdient dieser schwache und extrem unnötige Nachzügler der Saw-Reihe nicht. Fans werden sich wieder an den tollen und ach so originellen Folter-Spielchen ergötzen und das total durchdachte, von vorne herein auf sechs (oder gar noch mehr?) Teile angelegte Konzept brillant finden, ich steige aber hiermit aus. Kein Bock mehr auf Spielchen. Um welchen Film ging es doch gleich? Ach ja, Saw V... schon vergessen (3/10).  

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