Review

Rückbesinnung auf Blut, Schweiss &... Blödsinn?

"Saw V" war ein Wendepunkt in der Saw-Saga - und leider kein positiver, sondern eher Jigsaws erster Sargnagel. Klar kamen danach noch zwei (durchwachsene) Teile, aber spätestens hier wurde den Machern wie auch dem Publikum klar, dass alle blutigen Dinge auch mal ein Ende haben müssen. Und das dieser Teil der bisher schwächste war, leider sogar mit Abstand. Der fünfte Teil der Erzählung über Fallen, Lehren & Verwirrspiele, ist der simpelste & einfachste Teil des Franchises, weg von den überdosierten Wendungen aus dem Vorgänger, hin zu den Stärken der Serie, eine Rückbesinnung auf den Kern der Sache - liest sich aber leider besser als es im Endeffekt ist. 

Jigsaws Nachfolger wird weiterhin gejagt, diesmal ist klar & deutlich wer der Böse ist & wer nicht, diesmal gibt es keine doppelten Böden oder erzwungenen Oha-Momente. Eine Schnitzeljagd & parallel eine Gruppe neuer Opfer, die durch mehrere Räume samt tödlichen Spielen laufen muss - straighter war Saw nie. Wem die Vorgänger zu verworren waren oder wer nicht der detailversessenste Saw-Fan überhaupt ist, der könnte Teil 5 auf Grund seiner puren, aber auch hohleren Art, durchaus etwas abgewinnen.

Wenn ich an "Saw 5" denke, fallen mir spontan drei extrem positive Dinge ein, die diesen Teil immerhin noch über den meisten anderen Horrorfilmen ansiedeln: ein weiterhin cooler Look (wenn auch weitaus artifizieller & cleaner als zuvor), ein gelungenes, typisch-bitterböseres Ende & die bezaubernde, hier aber eher hinterhältige Julie Benz, besser bekannt als Rita aus "Dexter". Kleine Dinge zwar, trotzdem immerhin ein paar Alleinstellungsmerkmale & Highlights. 

Die Fallen, schon immer das Kernstück der Serie, sind hier in Ordnung, leider aber oft blass & blöd. Die finale "Blutspendezentrale" fand ich gelungen, an den Rest kann man sich kaum noch erinnern. Und wenn, dann weil man sich auf Grund der Dummheit der Gruppe/des Scripts überdurchschnittlich stark aufregt (ich sag nur: doch recht große Tunnel). Detective Hoffman ist ein guter Bösewicht, aber das Jigsaw immer weniger Screentime & Einfluss nimmt, ist auch ein Grund für den qualvollen Niedergang der Reihe. Unglücklicher Einstieg für den neuen Regisseur David Hackl, aber total verkackt hat er es auch nicht - die Luft war einfach langsam aber sicher raus. Trotzdem schaue ich etwas nostalgisch zurück, denn momentan gibt es eine solch harte & im Durchschnitt gute Horrorreihe, die uns jedes Halloween großspurig im Kino beehrt, nicht.

Fazit: simpler tat einerseits gut, aber das legte auch die eklatanten Schwächen der gesamten Serie frei, die sinnlose Leere doch oft hinter komplizierten Story-Verflechtungen versteckt. Als netter kleiner Zwischensnack aber noch akzeptabel, wenn auch der bis dato schwächste Teil der blutigen Saga & nur noch Horrordurchschnitt - das müssen selbst Fans zugeben.

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