Review

Er wird als erfolgreichster koreanischer Film aller Zeiten gehandelt.
"Shiri", das Prunkstück aus Fernost.

In Asien wegen seines großen Budges und dem abgekupferten amerikanischen Stiel bewundert und auch im Rest der Welt gern gesehen.
Man erhoffte sich durch die Anlehnung an den Hollywood-Stiel eine breitere und internationale Masse ansprechen zu können. In gewissem Sinne ist ihnen das auch gelungen, denn "Shiri" hat etwas von einem amerikanischen Blockbuster, den man einem weltweiten Publikum vorsetzen kann. Jedoch waren Asia-Filme dem großen Bruder aus dem Westen in einem Punkt immer überlegen. Nämlich, dass sie emotionale und alttraditionelle Werte vermittelt hatten, und jeden Zuschauer zum Nachdenken anregten. Genau dieser Aspekt, der die asiatischen Filme ausmachte, fehlt leider gänzlich in "Shiri".

Trotzdem ist "Shiri" eigentlich kein schlechter Film, aber das Ende hätte man wohl dann doch besser im guten alten Asia-Stiel gehalten. Wer allerdings auf Happy-Ends á la Hollywood steht wird bei "Shiri" auf seine Kosten kommen.
Klische-Liebhaber werden ebenso belohnt werden sobald die Schlussviertelstunde eintritt. Was bis dato ein guter Film ist verliert ab diesem Punkt seine Klasse, als jedes erdenkliche ungern gesehene Klische der amerikanischen Filmfabrik Hollywood aufgegriffen wird.

Zudem ist "Shiri" ein Film, der viele Wandlungen durchlebt. Die Charaktere beginnen sich im Laufe des Filmes immer mehr zu entwickeln. Die ohnehin schon große Freundschaft der Charaktere untereinander zu intensivieren. Umso stärker werden diese von den auftretenden Schicksalsschlägen in Mitleidenschaft gezogen.
Aber auch der Film selbst beginnt sich zweierlei zu verändern. Der erste Wandel tritt kurz nach Beginn ein, wenn der, bis zu jenem Zeitpunkt recht harte fast schon sinnlos brutal wirkende, Film zu einem romantischen, vom Aspekt der Freundschaft und Liebe geprägten Film übergeht. Bis dahin stört dies wenig, denn beide Arten hätten für viel Unterhaltungsstoff gesorgt. Der zweite Wandel jedoch, kurz vor Schluss, wenn der Film fast eine 1:1 Kopie eines billigen Mainstream C-Movie aus Amerika wird ist man leider dazu geneigt sich kopfschüttelnd abzuwenden.

Meintwegen sollen asiatische Regisseure tief in die Trickkiste greifen, solange sie nicht anfangen damit zu übertreiben und die Effekte zum Hauptschmankerl werden zu lassen.
Aber bitte, die Handlung soll nach dem altbewährten Prinzip gestaltet sein. Enden in denen die Guten siegreich sind, ok. Happy-Ends, nein danke.
Einst war es ein Asiate, der das Heroic-Genre erfand und genau dieses Genre soll in Asien beibehalten werden. Umso größer wäre die Überraschung im Film gewesen, un umso größer die positive Resonanz.

Trotzdem, was bis dato ein guter Film war, kann deswegen nicht verdammt und zum Alteisen gelegt werden. Dennoch kommt der Streifen nicht drumrum einen kleinen Punktabzug verbüsen zu müssen.

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