Review

Da staunt die 10jährige Luise (Isa Günther) aus Wien, welche die Sommerferien in einem Kinderheim im Gebirgsdorf Seebühl am Bühlsee verbringt, nicht schlecht, als aus dem Bus plötzlich ein Mädchen steigt, das genau so aussieht wie sie. Nach anfänglichem Schock & einigen trotzigen Gemeinheiten freundet sie sich schließlich doch mit der aus München stammenden Lotte (Jutta Günther) an. Es dauert nicht lange, bis die beiden hinter das Geheimnis ihrer verblüffenden Ähnlichkeit kommen:

Sie sind Zwillinge. Wieso sie nichts voneinander wussten, ist leicht erklärt. Ihre Eltern Luiselotte (Antje Weisgerber) & Ludwig (Peter Mosbacher) trennten sich im Streit, als sie noch Babys waren, jedes Elternteil nahm ein Kind, über den Ex-Partner wurde ein Mantel des Schweigens gelegt, die Existenz der Schwester verheimlicht. Da haben die Zwillinge eine kühne Idee...

Die erste Verfilmung des berühmten Kinderbuchs von Erich Kästner entstand bereits ein Jahr nach Veröffentlichung des Buchs, unter der Regie von Josef von Báky & unter tatkräftiger Mitwirkung des Autors, der nicht nur das Drehbuch geschrieben hat, sondern im Film auch die Rolle des Erzählers übernahm. Beides ist ihm tadellos gelungen, wobei seine gewitzten Monologe, die perfekt auf das gerade zu Sehende abgestimmt sind, wesentlich zur herzlichen Stimmung beitragen.

Aber auch die Günther-Zwillinge liefern so großartig ab, dass man sie rasch ins Herz schließt & man mit ihnen mitfiebert. Das Wohlfühl-Ende erscheint aus heutiger Sicht etwas konstruiert & naiv, was aber nichts daran ändert, dass man es den beiden Mädchen von Herzen gönnt. Der hübsche Schwarzweiß-Look, das Wechselspiel von lustigen & ernsten Momenten, der surreale Albtraum sowie ein paar böse Sprüche ("Beißn's die Zähn zsamm, Resi... wer weiß, wie lang S'as no ham.") runden den zeitlosen & immer noch zauberhaften Spaß wunderbar ab.

Details
Ähnliche Filme