Review

Hmmm, ich bin noch etwas zwiegespalten was "Rachel Getting Married"betrifft. Der Film ist nicht gerade einfach zu verdauen und mehr Drama als Komödie, falls der Trailer irgendjemanden einen etwas lockeren Film erwarten lässt. J. Demme inszeniert den Film sehr dokumentarisch bzw. als wäre man Betrachter eines Hochzeitsvideos: nur mit Handkameras gedreht und ständig in Bewegung. Des weiteren lässt er in manchen Szenen Musiker (die für die Hochzeit proben) als Quasi-Live-Begleitung im Hintergrund spielen. Am Anfang noch recht amüsant wenn Kym (Hathaway) ihre zynischen Kommentare gibt. Aber das ist recht schnell vorbei und das Drama nimmt seinen Lauf. Denn die noch nicht ganz geheilte und sehr auf sich selbst fixierte Kym bringt die "ach so perfekt" geplante Hochzeit ihrer Schwester gehörig durcheinander. Mit zunehmender Laufzeit wechseln sich etwas leichtere Szenen wie z.B. die mit dem Geschirrspüler, mit sehr emotinoalen und recht bedrückenden (eher mehr) Szenen ab. "Rachel Getting Married" stellt aber bei allen Szenen bzw. Streitgesprächen nie jemanden als den
Bösen oder den Guten dar und man kann Rachel sowie Kym (nach einer bestimmten Szene zumindest etwas besser) verstehen.

Es gibt zwei Szenen die den Film meiner Meinung nach etwas runterziehen bzw. etwas zäh machen. Die Szene beim 'rehearsal dinner' wo mehrere Gäste ihren Tost aussprechen und die Hochzeit ansich bzw. der lange Tanz. Diese sind einfach so lang gestreckt dass sie sehr zäh wirken und einen schon etwas aus der Stimmung reisen. Gerade bei der Tost-Szene. Hier wäre etwas weniger deutlich besser gewesen.Überraschend gut auf jedenfall Anne Hathaway. Der Zugang zu ihrem Charakter ist nicht gerade einfach und ergibt sich erst mit zunehnemder Laufzeit. Aber spielen tut sie wirklich klasse. Ebenso gut aber auch Bill Irwin als ihr Vater.

Dramatische Momentaufnahme einer Familie. Stellenweiße etwas zäh und langatmig aber klasse gespielt. Für einen gemütlichen Kinoabend mit Freunden aber absolut nicht geeignet. Dass der Film nicht für jedermann ist kann ich nachvollziehen. "RGM" ist ein Film der wahrscheinlich im
heimischen Wohnzimmer eine bessere Wirkung entfalten kann als in einem Kinosaal.


7-8/10

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