Review

Alive Or Dead

Ich liebe die Art von Filme, die auf dem Backcover schon den einzigen Plottwist andeuten und bei denen das Frontcover, mit etwas Kombinationsgeschick seitens des Konsumenten, den Twist vollends verraten. Deswegen habe ich an der Stelle auf den Covertext verzichtet.
Der Twist hätte diesen Film zwar nicht gerettet, aber unter Umständen für Überraschung sorgen können. Ich denke hier z.B. an Babysitter Wanted.
Anfangs dachte ich, wir hätten es hier mit dem drölfzigtausendsten Backwoodslasher zu tun (nix dagegen!) und scheinbar wollte der Regisseur dem entgegensetzen, indem er die Landstraße nur als anfängliches Setting nutzt. Blöd nur, dass seine komische "Burg-Finca-Villa" mitten in der Einöde kein bisschen Atmosphäre versprücht, sondern einfach nur wie eine Mixtur aus Wrestlemaniac, Jeepers Creepers 2 und Don't Wake The Dead mit einer Prise Man-Eater wirkt. Ich glaube zwar nicht, dass der Regisseur als diese Filme gesehen oder absichtlich zitiert hat, aber es spricht nicht für den Film, wenn ich einen Andreas Schnaas Film als Referrenzwerk ansehe (sollte kein Schnaas-Diss werden; ich mag seine Filme ;) ).
Wir quälen uns 80 Minuten durch eine Art "Atmosphäre-und-Spannungs-Vakuum", welches am Ende nichtnur derartig forciert, konstruiert und verworren wird, sondern auch noch durch die blödesten Darsteller den letzten Funken an "Gutheit" verliert.
Beispiel gefällig? Gegen Ende kann eine Frau entkommen, setzt sich in ihr eigenes Auto, fährt maximal 100 Meter von Bösewicht weg und rennt dann in ein Haus rein. Also ganz ehrlich: Wenn dieser Bösewicht es den ganzen Film über geschafft hat, jede noch so dicke Tür einzurennen und ich, als Opfer, in meinem eingenen Auto sitze ist doch das Naheliegendste, dass ich gefälligst da drinbleibe und heimfahre. Wie blöd muss man sein, nach 100 Metern schonweider auszusteigen. Was erwartet sie? Dass es der Fettsack nicht schafft ein Glasfenster einzuschlagen? Bei seiner Unbeweglichkeit wäre "mit 100 Km/h davonfahren" durchaus die bessere Alternative gewesen.

Alive Or Dead hat sämtliche gute Ansätze komplett versaut. Besonders die Szene, in denen eine der Frauen die andere im Stich lässt, hätte man wirklich gut ausbauen können. Jedoch rennt die, die abgehauen ist, kurz eine Wiese hoch und rennt sie dann wieder herunter. Wow, sämtliche Anflüge einer durchaus interessanten, moralisch/ ethischen Problematik direkt im Keim erstickt. Der Gore ist nicht der Rede wert und die Spio Freigabe extrem lächerlich. Da gab es Härteres ab 16. Mit viel gutem Willen:

3/10

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