Eine Schlange mit Alligatoren-Kopf, ein paar Teens, ein Voodoo-Ritual und ein Zuckerrohrfeld sind die groben Zutaten für eine krude Mischung, die zu Beginn eine Menge verspricht, doch im Verlauf zusehends abflacht.
Dabei beginnt alles wie eine routinierte Ausgabe von „Gänsehaut“…
…als die Kinder Alan und Becky eines Nachts in ein Nachbarhaus einsteigen und ein Artefakt stibitzen. Als Alan aus Groll über seinen Vater eine makabere Zeichnung mit dem Voodoo-Stab anfertigt, verunglückt dieser gleich darauf. Daraufhin vergräbt er das Artefakt im Garten.
Viele Jahre später sind Alan und Becky ein Paar, bis Letztgenannte von fünf sorglosen Teens überfahren wird. Alan zeichnet die Insassen des Unfallsfahrzeugs mit dem Voodoo-Stab, woraufhin eine dämonische Schlange mit Alligatoren-Kopf auftaucht und die Feier der Gruppe rasch beendet…
Nach einigen Minuten hat man ja meistens einen groben Eindruck, wie es mit dem Budget bestellt ist, es mit den Darstellern aussieht und ob der Regisseur ein Händchen fürs Wesentliche hat. Und da sieht es zunächst nicht nur übel aus. Figurenzeichnung funktioniert. Alan und sein verständlicher Hass auf die Todesfahrer ist nachvollziehbar, zwei moralisch gefestigte Helden sind auch schnell ausgemacht und bis zu dem Zeitpunkt, als Becky ums Leben kommt, kann man mit dem Timing und der Ausstattung im Allgemeinen zufrieden sein.
Doch spätestens als die Teens in der Hütte ankommen, offenbart sich die talentfreie Zone der zurecht unbekannten Mimen, wozu sich auch gerne Rapper DMX zählen darf, der sich quasi als cooler Held einbinden lässt ohne für das Fortkommen von Bedeutung zu sein.
Da wird gesexelt, über frühere Zeiten geschwafelt und glücklicherweise dauert es nicht lange, bis der erste Knallkopf vom Schlangenschweif durchs Feld gezogen wird. Klar: Die Helden begeben sich auf die Suche, während das Kanonenfutter im Bett bleibt.
Derweil ereilen Alan Gewissensbisse und er macht sich auf den Weg, die Teens zu retten, - woher jedoch wusste er, wo zu suchen war?
Einzig die nächtliche Atmosphäre im hohen Zuckerrohrfeld kommt einigermaßen zur Geltung, da sind einige Momente des Wegschleichens und Versteckens gelungen, doch im Gesamtbild ist das zu wenig, um selbst genügsame Betrachter bei Laune zu halten.
Ein paar Mal die Egosicht des Mutanten, später nicht ganz so schlimme CGI, aber kaum eine Gewaltszene, die in Ansätzen glaubhaft aussieht, selbst eine Enthauptung nicht.
Gerade gegen Finale macht sich dann auch noch das fehlende Gespür für dramatische Szenen bemerkbar, denn statt die kaum vorhandene Spannung zu erhöhen, kommt ein kaltschnäuziger Showdown daher, der wie ein Schnellschuss wirkt, der mindestens noch eine Szene nach sich ziehen müsste, es aber nicht tut.
Die Ansätze mit der Voodoo-Zeichnung sind wahrlich nicht schlecht, das Vieh an sich ist halbwegs originell, doch das Drumherum gestaltet sich nahezu katastrophal, auch für Anhänger des Trashs. Hier finden sich weder Augenzwinkern, noch eine Spur charmanter Eigenheiten und das ist für einen Tierhorror-Film schon fast das Todesurteil.
Hanebüchenes Zeug, das völlig lieblos umgesetzt wurde und zu keiner Zeit zum Mitfiebern einlädt, - da treten selbst innerhalb der kurzen Laufzeit von 77 Minuten bereits Längen auf…
3 von 10