Eine wunderbare Coming-of-Age-Fantasy um einen Schuljungen, der durch Zufall ein junges Kappa findet, ein Sumpffabelwesen, das eingeschlossen in einen Stein die Jahrhunderte überdauert hat. Er behält es, was für ihn & seine Familie ziemlich abenteuerliche & dramatische Konsequenzen hat.
Der Film beginnt in ferner Vergangenheit, als Coos Vater vor seinen Augen von einem Samurai getötet wird. Diese Szene macht klar, dass wir hier nicht bei Disney sind. Man stelle sich vor, man sieht, wie Bambis Mutter abgeknallt wird, wie ihr ein Bein weggeschossen wird & eine Kugel blutig durch den Körper fetzt. Man stelle sich weiter vor, Bambi würde später das abgetrennte & mumifizierte Bein der Mama vor die Nase gehalten, sie würde ausflippen, es sich schnappen & damit abhauen. Und ich glaube auch nicht, dass man Coos Mini-Schniedel bei Disney fast die ganze Zeit gesehen hätte.
Das ist es aber nicht, was den Film von Keiichi Hara so großartig macht. Es ist, wie sich die Figuren, Coo eingeschlossen, entwickeln, wie sie mit der ungewöhnlichen Situation umgehen, wie sie zusammenwachsen. Es sind die wunderbaren Naturszenen, wenn der Junge mit Coo eine Reise unternimmt, um andere Kappas zu suchen. Es sind die vielen kleinen, magischen, oft berührenden Momente, die zu Herzen gehen & die Sicht verschwimmen lassen. Und es ist die eingeflochtene Gesellschaftskritik, die umso mehr schmerzt, weil sie so wahr ist.
Ein lustiger & trauriger, gemeiner & warmherziger, insgesamt aber ein grandioser & bezaubernder Film.