Review

Es kommt vor, dass ein Slasher zuweilen eine ganze Zeit benötigt, um überhaupt erst in die Gänge zu kommen und es kommt auch vor, dass der Blutgehalt nachfolgend nicht allzu hoch ausfällt. Muss beides nicht zwangsläufig sein Genickbruch bedeuten.
Doch hier geschieht bis etwa Minute 60 gar nichts und das derbste der Gefühle ist eine Nadel in die Haut gepiekt. Das ist mal bezeichnend für den Rest.

Dieser besteht den überwiegenden Teil aus fünf Cheerleader-Bratzen, die sich in einem abgelegenen Ferienhaus eine feine Zeit machen und dabei hauptsächlich im Pool planschen oder „Wahrheit oder Pflicht“ spielen, weil ein adretter Nachbars-Jüngling aufkreuzt.
Dazwischen gibt es eine Menge Flashbacks, Visionen und Alpträume, die weder der Handlung beitragen, noch teilweise überhaupt in den Kontext passen.

Was im Übrigen auch nicht spannend abläuft. Am ehesten kommt während der Hinfahrt ein wenig Stimmung auf, als der Jeep liegen bleibt und ein schmieriger Tankwart nebst stammelnden Adjutanten aufkreuzt.
In kurzen Rückblicken wird verdeutlicht, dass der Redneck bereits gegen das eine oder andere der zehn Gebote verstoßen hat, doch leider taucht der im Verlauf nur noch einmal am Rande auf. Vielmehr geht es um ein Spukhaus in der Nachbarschaft, in dem es einst zu einem Mehrfachmord gekommen sein soll und diverse Rückblicke machen früh deutlich, dass hier noch ein Übellauniger hausen muss, der den Titel auf wenig logische Art rechtfertigen könnte, indem er seinen Opfern Blut abzapft und aus diesem frische Bildchen anfertigt.

Überhaupt geht es hier wenig planvoll zu. Die Girlies verlieren sich ständig aus den Augen (sind ohnehin kaum voneinander zu unterscheiden), schmieden Pläne, die zwei Szenen weiter bereits verworfen werden und überdies kristallisiert sich keine Heldin heraus, selbst die Nette, die sich als einzige mit dem Stammler abgibt, verfügt weder über ein Trauma, noch über Ecken und Kanten, - eine figurentechnische Nullnummer.

So verliert sich die Handlung in Nichtigkeiten und zusammenhanglosem Zeug.
Zwar versucht man noch Finten einzustreuen, indem Beobachtungsperspektiven eingebracht werden und undefinierbare Geräusche zu vernehmen sind, doch da noch nicht einmal ein nennenswerter Score zum Einsatz kommt, verläuft die Sache reichlich dröge und inhaltslos.

Problem ist ferner, dass kein Killer im üblichen Sinne in Erscheinung tritt.
Im letzten Drittel taucht lediglich ein Vogel auf, der in seiner etwas eigenen Welt umherflattert, doch beklemmende Gefühle löst dieser Heini beileibe nicht aus, noch kann man an dieser Stelle mit potentiellen Opfern mitfiebern. Denn bevor es überhaupt zu Konfrontationen kommt, überspringt man diesen Schritt und zeigt gleich die überwältigten Opfer.

Entsprechend gibt es auch keinen Showdown im herkömmlichen Stil und wer da noch einen finalen Plot Twist erwartet, liegt völlig daneben.
Ganze drei Leute haben am Drehbuch gewerkelt, - wahrscheinlich haben zwei das Papier besorgt, der dritte den Stift und irgendein namentlich nicht genannter Vollidiot hat seinen wirren Gedanken freien Lauf gelassen.

Anders lässt sich das Sammelsurium an Dämlichkeiten zumindest nicht erklären.
Hier kommt man innerhalb 80 Minuten rein gar nicht auf den Punkt, zeigt talentfreie Mimen beim Nichtstun und als es in der letzten Viertelstunde etwas abgehen könnte, bringt man nur unlogischen Firlefanz.
Das ist kein Slasher, das ist ein Film mit Bikinigirls am Pool, einigen nicht ganz so schlimmen Flashbacks aus den 50ern, aber einem gnadenlos miesen Finale.
Davon ist komplett abzuraten,
2 von 10

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