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Nach den beiden überzeugenden und knüppelharten Actionkrachern "Stone Cold" und "One Tough Bastard" geht es Ex-Footballstar Brian Bosworth in seinem dritten Film "Midnight Heat" etwas ruhiger an und verkörpert in diesem den Bankangestellten John Gray, der nach einem schlimmen Autounfall sein Gedächtnis verloren hat. Seine Frau hilft ihm nach seiner Genesung bei der Wiederintegration in seinen Alltag doch John wird von eigenartigen Visionen geplagt. Sein Ziel ist es nun, seine wahre Identität und seine Verbindung zu einer Knast-Gang herauszufinden, die ihm offenbar nach dem Leben trachtet...

Was sich zunächst wie die x-te 08/15 Kloppfilm-Story anhört, ist klüger und undurchsichtiger gestrickt, als man es zunächst erwarten würde. Der Zuschauer wird den ganzen Film über im Unklaren darüber gelassen, was denn nun des Rätsels Lösung ist und ob John in der Vergangenheit nicht ein komplett anderer Mensch war. Regisseur Allan A. Goldstein ("Death Wish V", "Snake King") macht aus diesem vielversprechend Stoff jedoch eindeutig zu wenig. Größtes Manko bei seiner Inszenierung ist die unspektakuläre Action. Die Actionszenen sind schon so nicht gerade zahlreich, doch die Umsetzung ist bis auf wenige Ansätze miserabel. Die Shootouts sind komplett blutleer, was die 18er Freigabe sowie die Indizierung komplett schwachsinnig erscheinen lässt, die Faustkämpfe schlecht geschnitten und die 1-2 Explosionen sowie Autojagden reißen einen schon lange nicht mehr vom Hocker. Das ist für einen Film, dessen Hauptdarsteller zuvor 2 absolute Actiongranaten abgeliefert hat, einfach zu wenig. Eigentlich wäre die Bezeichnung Krimi-Thriller für "Midnight Heat" weitaus treffener, als Actionfilm.

Auch die Darsteller bekleckern sich nicht gerade mit Ruhm. Brian Bosworth ist halt Brian Bosworth und seiner Mimik merkt man schon an, dass er in seinen Football-Zeiten ein paar mal zu oft eine vor die Birne bekommen hat. Konnte er sich in "Stone Cold" noch auf's Kloppen und böse gucken beschränken muss er hier schauspielern und versagt dabei vollkommen. Wenn er z.B. Unsicherheit über sein Treiben spielen muss, wirkt er durch seinen debilen Gesichtsausdruck wie ein Riesenbaby. Und auch sein Blick bei einer Sex-Szene entlockte mir ein Lachen.
Sein weiblicher Sidekick wird von der mir unbekannten Claire Yarlett verkörpert. Während sie anfänglich noch ganz interessant wirkt, nervt sie zum Ende hin nur noch und weiterhin zieht sie sich nicht mal aus. Stattdessen vögelt Bosworth lieber seine unattraktive Frau. Brian Dourif ("Chucky") als Bösewicht spielt seine Standard-Rolle und zum Anfang hin schaut auch mal Stuntman Thomas Rosales Jr. vorbei, der schon in zahlreichen Actionkrachern, wie "Con Air" oder "Predator 2" nur dazu da war, um entweder erschossen oder ordentlich verkloppt zu werden. So auch hier ;-)

"Midnight Heat" besitzt von der Story her sicherlich sehr viel Potential, nutzt dies aber durch die langweilige Inszenierung und das Fehlen von fetzigen Actionszenen nicht genug aus. Somit reicht es nur zu einem durchschnittlichen Thriller, den man nicht unbedingt gesehen haben muss. Gleichzeitig markiert "Midnight Heat" den Wendepunkt in Bosworth's Karriere, da es ab diesem Film mit unserem Brian schon extrem bergab ging und er danach nur noch Gurken ala "Spill" (ebenfalls von Goldstein) oder "Heart Of Stone" drehte.

Ach ja und nochwas: Was zur Hölle ist denn ein "Nappel"?

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