Nach dem unterirdischen "Mimic 3 - Sentinel" kann sich J.T. Petty mit seinem "The Burrowers" deutlich steigern. Er serviert uns hier eine gelungene Mischung aus Western und Horror, ganz ohne den Humor des offensichtlichen Vorbildes "Tremors".
Dakota 1879: Gerade hat Fergus Coffey (Karl Geary) in Maryanne (Jocelin Donahue) seine große Liebe gefunden, da wird sie entführt samt ihrer Familie. Man vermutet Indianer hinter der Tat und so stellt man einen Suchtrupp zusammen. John Clay (Clancy Brown), der erfahrene William Parcher (William Mapother) und Coffey machen sich mit Henry Victor (Doug Hutchison) und dessen Einheit auf die Jagd nach den Entführern. Doch je tiefer sie ins Land der Indianer vordringen, desto mehr merken sie, dass ihr Verdacht falsch war. Etwas viel gefährlicheres als die Indianer lauert der Truppe schon auf. Ein ungleicher Kampf beginnt.
Bei der Masse an DTV-Produktionen muss man dem Zuschauer schon etwas Besonderes bieten, um aufzufallen. Petty ist dies gelungen, auch wenn sein Film unweigerlich an die Raketenwürmer erinnert. Wir wissen natürlich, dass Maryanne und deren Familie nicht von Indianern entführt wurde, aber im späten 19. Jahrhundert lag man im Clinch mit den Rothäuten und machte sie für alles verantwortlich. Besonders Kommandant Henry Victor genießt es förmlich einen Indianer zu foltern, auch wenn er weiss, dass die Entführung nicht auf dessen Kappe geht. So trennen sich Coffey, Parcher, Clay und Koch Callaghan (Sean Patrick Thomas) bald von Victor und stoßen so auf den wahren Feind. Es ist anfangs immer nur die Rede von den "Wühlern", natürlich hält man das zuerst für einen Indianerstamm, wird aber bald eines Besseren belehrt. Petty lässt sich ziemlich viel Zeit, bevor die scheußlichen Kreaturen angreifen dürfen. Vorher werden bekannte Horrorelemente abgearbeitet, wie der Betrunkene den man für tot hält, Rascheln im Gras, seltsame Geräusche und bald findet man eine Frau, die in einer Art Trancezustand ist und von den "Wühlern" eingegraben wurde. Später liefert uns Petty eine knappe Erklärung, in Rückblenden bekommen wir zu sehen, was es mit dieser Spezies auf sich hat.
Was bei "The Burrowers" überrascht ist die Kompromisslosigkeit, wie Petty mit seinen Charakteren umspringt. Auch sympathische Figuren lässt er grausam sterben, somit bleibt es unvorhersehbar, wer als nächstes ins Gras beisst. Neben den "Wühlern" liefert man sich auch mal eine Auseinandersetzung mit feindlich gesinnten Indianern. Die Kreaturen hält uns Petty extrem lange vor. Man sieht sie erst nur verschwommen und nie ganz. Erst gegen Ende darf man die Biester in voller Pracht bewundern und sie erinnern ein wenig an "X-Tro". Auf jeden Fall können sich die Effekte für eine B-Produktion sehen lassen, schlechten CGI gibt es höchst selten. Ein paar Goreeffekte dürfen da nicht fehlen, obwohl die Anzahl ziemlich gering ist. Aber wenn die "Wühler" ihr Opfer bei lebendigem Leibe auffressen, ist das schon recht deftig anzuschauen. Auch die kleine Folterung am Indianer und ein paar blutige Einschüsse sorgen für die nötige Härte. Gestorben wird hier dreckig, ohne Ruhm und besonders das offene Ende hinterlässt den Zuschauer mit einem unguten Gefühl.
Passend zum traurigen Film, gestaltet sich die Kulisse, Petty kommt hier komplett ohne schöne Bilder aus. Selbst die grüne Prärie wirkt bedrohlich, so etwas wie schönes Wetter scheint es hier nicht zu geben. Mit einigen Filtern lässt Petty seine Sets gewollt deprimierend aussehen, der Score ist sehr zurückhaltend.
Auch bei den Darstellern braucht man keine Abstriche zu machen, denn Clancy Brown (Friedhof der Kuscheltiere 2, Pathfinder), William Mapother (World Trade Center, M:i-2), Karl Geary (Mimic 3, Wiege des Angst) und Doug Hutchison (Punisher: War Zone, Give´em Hell, Malone) machen ihre Sache sehr gut.
Es ist nicht unbedingt originell und mittig könnte "The Burrowers" ein höheres Tempo vertragen, aber insgesamt überzeugt dieser dreckige Mix aus Western und Horror.