Review

Ein Mann reist zusammen mit seiner herzkranken Frau zum Landhaus seiner Ahnen, um etwas Ruhe zu finden, doch über dem Gebäude liegt der Fluch eines ritterlichen Vorfahrens und so geschehen bald merkwürdige Unheimlichkeiten, die nicht gerade herzberuhigend für seine Frau sind.

Was uns Spaniens Legende Paul Naschy (Hauptdarsteller und Regie) hier beschert ist schon eine merkwürdige Mischung mehrerer Genres, aber richtig überzeugend ist das Gesamtwerk dann leider nicht. Die Geschichte fängt wie bei einem üblichen Geisterhausfilm an, sprich über dem Landhaus liegt der Fluch eines in der Vergangenheit von einer Frau betrogenen Ritters, dessen Nachfahre zusammen mit seiner Angetrauten in diesem Gebäude Erholung sucht und fortan sieht man sich mit unheimlichen Geschehnissen konfrontiert. Dann nimmt der Film eine (zugegeben überraschende) Wendung in Richtung eines Rache- und Erbkrimis, um ganz am Ende wieder ins Horrorgenre zu wechseln und den zu Beginn eröffneten Kreis zu schließen.
In den Horror- und Gruselsequenzen gelingt es dem Film nur mäßig eine schaurige Athmosphäre aufzubauen. Bestes Beispiel hierfür ist die Eingangsszene, in der eine nackte Frau durch einen Wald flüchtet und vom ihr folgenden Ritter den bzw. die Tödesschläge erhält. Wirklich beängstigend ist das nicht, denn Musik und Käuzchenrufe erreichen höchstens das Niveau der John Sinclair Vertonungen des Tonstudios Braun (falls die noch jemand kennt) und auch darstellerisch überzeugt hier niemand.
Später im Landhaus geschehen ebenfalls Gruseleien wie laufende Wasserhähne, eine Schlange im Bett (auf die man wohl besonders Stolz war, denn sie taucht in insgesamt drei Szenen mehr oder weniger sinnvoll auf) oder auferstehende Tote im Badezimmer, aber auch hier reichen Musik, Kamera und Ausleuchtung nicht dazu aus, um einen wirklichen Schauer zu verbreiten.
Als es dann in den Krimi-/Thrillerbereich geht, gibt es zwar die ein oder andere überraschende Wendung (manch eine Wendung ist allerdings auch sehr vorhersehbar), aber die Charaktere der Figuren sind nicht durch besondere Tiefe gekennzeichnet und daher bleiben einige Handlungen wenig nachvollziehbar.
Die wenigen Effekte, die der Film beinhaltet, sind recht ansehnlich, wenn man bedenkt, dass man es hier nicht mit einer Großproduktion zu tun hat. So können der Einsatz eines Morgensterns und eine Axt, die im Haus den Eingeweideentnehmer erspart, den niveaulosen Blutfreund erfreuen. Für Freunde des Klamauks dagegen sei an dieser Stelle noch der wohl schlechteste inszenierte Treppensturz empfohlen.
Seitens der Darsteller bewegt sich der Film ebenfalls im mäßigen Bereich. Paul Naschy ist hier in einer Doppelrolle (als Ritter und als Nachfahre) zu sehen. Als Ritter macht er große Augen und als Nachfahre bringt er wenig Wandlungsfähigkeit auf den Bildschirm.

Insgesamt mischt der Film zwar mehrere Genres, kann aber in keinem durchgängig überzeugen und ist daher wohl nur etwas für Paul Naschy Komplettisten.

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