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„Matrix“ war 1999 eines der Kinoereignisse; vor allem die revolutionären Computereffekte sorgten dafür, dass die Joel Silver Produktion große Beachtung fand.
Es beginnt Hackerin Trinity (Carrie-Anne Moss), die von einigen Polizisten und seltsamen Agenten festgenommen werden soll. Doch der Schwerkraft trotzend schaltet Trinity die Cops aus und schafft es den Agenten ebenfalls zu entkommen. Dabei setzen sich beide über die Naturgesetze hinweg und wagen meterweite Sprünge etc. Schon der Anfang von „Matrix“ kann durch neue Techniken und Effekte überzeugen; hinzu kommt ein düsterer Look im Stil des Film Noir.
Danach wird der Held des Films, der Hacker Neo (Keanu Reeves), eingeführt. Neo versucht mit Morpheus (Laurence Fishburne), einer Ikone unter den Hackern in Kontakt zu treten. Und Neo bekommt tatsächlich einem Hinweis und trifft in einer Disco auf Trinity. „Matrix“ schafft auch an der Beziehungsfront von Anfang an klare Verhältnisse, den schon an dieser Szene kann man sich das Paar des Films vorstellen. Die Inszenierung bleibt düster, wird aber zunehmend comicartiger und ausgefallener.

Nach diesem Treffen wird Neo allerdings in seinem Büro (tagsüber arbeitet er als Angestellter unter seinem richtigen Namen Mr. Anderson) von den Agenten aufgesucht. Diese verpassen ihm im wahrsten Sinne des wahrstes eine Wanze. Doch bald wird Neo wieder von Morpheus’ Crew aufgesucht, die ihm die Wanze entfernt und ihn zu Morpheus bringt. Dieser hält eine unglaubliche Erkenntnis für ihn parat: Die Maschinen haben die Weltherrschaft übernommen und halten die Menschen in der Matrix, einer Computersimulation, fest. Morpheus und seine Truppe konnten in die Wirklichkeit entkommen und führen eine Art Guerillakrieg im Cyberspace gegen die Maschinen. Neo schließt sich ihnen an...
„Matrix“ hat in der Filmwelt entscheidende Spuren hinterlassen, denn die Mischung aus Flair und FX schlug ein wie eine Bombe. Nur die von den Fans beschrieene Originalität muss man „Matrix“ absprechen; die Story stammt zu großen Teilen aus Filmen wie „Terminator“, „Sie leben!“ oder „Die Welt am Draht“.
Die Geschichte wurde zwar bereits erzählt, doch die Umsetzung durch die Regisseure Andy und Larry Wachowski ist großartig. Der Film ist in einem schön düsteren Film Noir Flair gehalten und überzeugt durch seine originelle Machart, vor allem im Bereich der Kameraführung und Kamerapositionen. Das Styling ist in kalten, schwarzen Tönen gehalten und überzeugt ebenfalls.

Die Schauspieler sind recht gut, obwohl sie wegen der Sonnenbrillen, die sie fast andauernd tragen, wenig Mimik zeigen soll. Trotzdem ist dies keine Schmähung ihrer Leistung; sie bringen ihre Rollen überzeugend rüber.
Obwohl „Matrix“ kein Actionfilm ist, wird auch Action geboten und zwar in Form von Shoot-Outs und Martial Arts Fights. Die Kämpfe werden durch Zeitlupen und fantastische Drahtseiltricks aufgepeppt und fallen durch ihre comicartige Inszenierung auf. Zwar kommt die Action erst zum Ende auf, aber das macht nichts aus, da es sich (wie bereits gesagt), um keinen Actionfilm handelt.

Die Effekte sind wirklich innovativ und nutzen die technischen Möglichkeiten aufs Bestmögliche aus. Vor allem die 360 Grad Kamera, die noch die da gewesene Kamerafahrten ermöglicht, haut einen wirklich von den Socken.
Kritisch gesehen muss allerdings gesagt werden, dass „Matrix“ den Punkt Spannung vernachlässigt und sich sehr auf die Faszination, welche die FX und die Idee mit der Computersimulation auslösen, verlässt. Bei mehrmaligem Ansehen wird dieser Mangel leider in einigen Szenen überdeutlich; vor allem der Besuch bei dem Orakel lebt nur von der Neuartigkeit (danach ist er recht langweilig).
Hinzu kommt die Tatsache, dass „Matrix“ doch von einigen Zuschauern zu sehr bejubelt wird und als Actionfilm missverstanden wurde. Die Folge sind Filme der Marke „Romeo must die“ oder „Mission: Impossible – 2“, welche wenig Action mit den gleichen FX vermarkten wollen, aber übersehen, dass es sich bei ihnen um Actionfilme handelt (und die müssen mehr bieten als einen guten Showdown).

„Matrix“ ist ein innovativer und unterhaltsamer, wenn auch oft überbewerteter Ausflug, in den Cyberspace, der durch Story und Styling sowie den gelungenen Actioneinlagen überzeugen kann.

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