Review

Junge, junge, da geht man nichtsahnend ins Kino und erlebt ein Feuerwerk der Superlative, dass einem die Spucke wegbleibt.
Das fängt bei der unglaublichen Story an, die mitten im Geschehen eine unglaubliche Wendung hinlegt, die sogar die aus From Dusk till Dawn in den Schatten stellt, geht über die Special Effekts weiter und endet schließlich bei den schauspielerischen Leistungen, welche allesamt für so einen Sci-Fi-Film im oberen Durchschnittsbereich bis sogar sehr gut angesiedelt sind.
Fishburne war selten so charismatisch, Weaving selten so böse, Reeves selten so äh, äh, Hoschi? Egal, er ist die Idealbesetzung für Neo a.k.a. Mr Anderson.

So Atemberaubend und visuell begeisternd der Film ist, so doppeldeutig und zynisch ist er bei genauerem Betrachten dann doch auch.
Wie kommt das?
Nun, auf dem ersten Blick ist Matrix ein Action-Film der absoluten Superlative, da ist es eiegntlich völlig normal, dass mal ein paar Menschen das Zeitliche segnen, vor allem in den Achtzigern war das Gang und gebe, erst später im Zuge der Polizical Correctness hat sich das sehr zum Leidwesen der guten Erzählstruktur verändert.
Das also die Maschinen die Menschen verheizen kann man also ruhigen Gewissens akzeptieren, aber spätestens wenn Neo mit dem Maschinengewehr das Gebäude stürmt, in dem Morpheus gefangen gehalten wird und bedenekenlos auf das Wachpersonal schießt (wir erinnern uns, gefangene Menschen, die nichts von ihrem Unglück wissen), da fragt man sich doch: So soll der Erlöser agieren, hmm, höchst interessant, wenn nicht sogar bedenklich.
Sicher, man kann argumentieren, dass dadurch das sie vernetzt sind, diese Menschen den Agenten als Wirt dienen werden, sie also außer Gefecht gesetzt werden müssen, bevor sie die Helden verletzen können, aber dann kann man auch anführen, so pseudophilosophisch wie dieser Film daher kommt, so müßte er eigentlich auch einen richtigen Ausweg aus dieser mißlichen Lage finden können. Zumindest versuchen.

Matrix jetzt zu verteufeln wegen dieser kleinen Dissonanz, die erst bei wiederholtem Zuschauen auffällt, und ihn als Grundlage für das Amoklaufen einiger weniger verantwortlich zu machen, wäre nun wirklich zuviel des Guten. Denn Matrix soll ja nicht pädagogisch sein, sondern in allererster Linie unterhalten.
Und das tut er. Absolut.
Nicht umsonst ist er ein moderner Klassiker!

Dennoch, was der Film ästhetisch revolutionär hervorbringt, das negiert er fast durch seine Story, welche von überall her zusammengeschustert ist. Selbst das ist ja nichts Schlimmes, geben es die Macher ja unumwunden zu. Dennoch, um diesen Film wirklich beurteilen zu können, sollte man auf jeden Fall den etwas älteren (und meines Erachtens auch besseren) Film Dark City gesehen haben. Da werden einem einige Parallelen auffallen, die Matrix dann doch in der Gesamtwertung noch ein kleines bißchen mindern werden.

Ginge es nur nach der visuellen Umsetzung und dem Unterhaltungswert: Die glattesten 10 Punkte, die dieser Autor je vergab.
Geht es nach dem Gesamtbild: 7 Punkte

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