Ich muss zugeben, als ich "Matrix" das erste Mal im Kino sah, war ich wirklich begeistert. Das war zu grossen Teilen sicherlich auch darin begründet, dass ich den Film bei der Premiere gesehen habe und auch vorher nichts über die Story wusste. So hat er natürlich seine volle Wirkung bei mir entfaltet. Aber nun zum Film an sich:
Eigentlich lässt sich "Matrix" sehr gut in zwei Teile teilen. Die erste Hälfte des Films ist spannendes Science-fiction-Kino, die zweite Hälfte perfekt inszeniertes Actionkino. Und genau hier liegt auch seine Schwäche. Der Zuschauer wird sehr stimmig in die Geschichte eingeführt. Das ist wirklich fesselnd und sehr interessant. Doch kaum sind Neo und Konsorten in der Matrix wird eigentlich nur noch geballert, was das Zeug hält. Das passt einfach nicht zusammen. In der zweiten Hälfte des Films wird praktisch die gesamte mystische Atmosphäre der ersten Hälfte zugunsten der Action über den Haufen geworfen. Sobald das Geheimnis um die Matrix gelüftet ist, "verkommt" der Film zu perfekten aber spannungslosem Actionkino. Es ist fast so, als konnte man sich nicht entscheiden ob man nun einen beinharten Actionfilm oder einen mystischen SF-Thriller drehen wollte. Von diesem Punkt aus betrachtet ist "Matrix" letztendlich nichts halbes und nichts ganzes.
Beim ersten Mal ist der Film zweifellos ein Erlebnis, aber schon beim zweiten Mal macht sich eine gewisse Langeweile breit. Ich persönlich konnte den Film nach dem zweiten Mal nicht mehr sehen. In der zweiten Hälfte fehlt es dem Film dazu schlicht und ergreifend an Tiefe und Spannung. Alles in allem bekommt der Film von mir trotzdem noch seine 7/10 Punkte, da er handwerklich perfekt inszeniert ist und zumindest beim ersten Mal sehen durchaus seine Wirkung nicht verfehlt.