Bekanntermaßen handelt es sich bei “Faces of Gore” um die blutigste und menschenverachtendste Mondo-Reihe aller Zeiten. Nach Ansicht des ersten Teils denke ich das diese Gerüchte stimmen. Waren bei früheren Reihen wie dem Vorbild „Faces of Death“ noch viele Sachen gestellt, greift Tjersland ausschließlich auf asiatisches Archivmaterial der widerlichsten Sorte zurück. Das er das Ganze auch noch als Parodie auf das Genre versteht und somit bewusst völlig kranke Kommentare zeigt die einfache kommerzielle Intention dieses voyeuristischen Werkes. Mit solchen Schweinereien Geld zu verdienen scheint für den Regisseur kein Problem zu sein, denn immerhin verdient er das meiste Geld mit so genannten „Death Fetish Erotica“ – Videos. Diese Produktionen werden ausschließlich für Privatkunden angefertigt und entstehen folglich nach den individuellen Wünschen der Käufer.
Eigentlich ist der Film genau so mies wie die unsägliche „Gesichter des Todes 2000“-Reihe, kann aber noch mit dem Faktor der Einzigartigkeit aufwarten – das das die Qualität nicht unbedingt verbessert ist klar, doch einen besonderen Stellenwert haben Tjerslands schon.
Gesehen haben sollte man zumindest einen Film dieser Reihe, denn so krass war noch keine "Shockumentary" zuvor.
Sämtliche gezeigte Gewalt ist am Rande des erträglichen, denn es gibt nichts zu sehen, außer verunglückte Menschen, die in Fetzen gerissen oder irgendwie sonst qualvoll oder blutig gestorben sind.
Somit geht es nur um die pure Ausschlachtung dieses Materials ohne damit irgendeine Intention zu verfolgen. Da ist mir filmischer Müll wie die beiden „Necro Files“-Filme noch viel lieber, da hat die Geschmacklosigkeit und der kranke Humor wenigstens noch was zu suchen. Bezeichnenderweise wurden diese auch von dem gleichen Regisseur gedreht bzw. produziert. Der wahnwitzige Humor dieses Mannes hat aber im Mondo-Genre gar nichts zu suchen – weder schafft er es dem Genre neue Impulse zu verleihen, noch lässt sich sagen das der Umgang mit dem vorliegenden Material in irgendeiner Weise akzeptabel ist.
Der lächerliche Schauspieler mit dem originellen Namen Vicent van Gore führt den geneigten Zuschauer durch das Real Death-Experience und setzt dem Schwachsinn die Krone auf: Unanmbitioniert und uncharismatisch offenbart der Moderator mehrfach das Gesicht dieser Mondo-Parodie. Vollkommen überflüssige Kommentare verleihen dem Film ein noch abstoßenderes Gewand. Zwar ist man die saloppen Kommentare von „Mondo Cane“ oder „Gesichter des Todes“ gewohnt, dort wird aber nicht so oft und offen übelster Zynismus eingesetzt.
2,5 / 10 - aber auch nur weil man “Gesichter des Todes 2000” noch tiefer bewerten muss.
Fazit: Perverser Film für eine geisteskranke Zielgruppe – wer sich hieran erfreuen kann, dem empfehle ich den Konsum von Archivmaterial deutscher Konzentrationslager. Viel Spass damit