Was 1978 mit der (größtenteils aus Fakes bestehenden) Mondo-Reihe „Gesichter des Todes“ begann, wird hier gnadenlos und unbeirrt weiter ausgeschlachtet.
Unfallopfer, Selbstmörder und Mordopfer stehen im Mittelpunkt einer Aneinanderreihung asiatischen Archivmaterials.
Aufgrund der schwachen Bildqualität könnte man abermals von teils sensationellen Spezialeffekten ausgehen, doch anhand anthropologischer Details beim Bewegen diverser Leichen, scheint es sich durchweg um reale Fälle zu handeln.
Nur, nach spätestens einer Viertelstunde ödet die Leichenschau an.
Dr. Vincent van Gore moderiert die makabere Dokumentation. Im Hintergrund dudelt ein völlig dilettantisches Plagiat vom „Akte X“ - Main Theme. Auf einem Friedhof stehend, mit weißem Kittel und Günter-Netzer-Fan-Frisur, formuliert er zumeist völlig deplatzierte Kommentare, die den moralinsauren Zeigefinger (tragt Motorradhelme, das Leben ist lebenswert, ein Mörder kann dein Leben verändern) mehrfach abfaulen lassen.
Das mag als Parodie auf diverse Vorgänger morbider Dokus gedacht sein, mutet zuweilen aber einfach nur geschmacklos an.
Im Mittelpunkt steht jedoch die großflächige Präsentation diverser Toter an Fundorten.
Angefangen von Verkehrsopfern, wo ein Schädel, oder besser, Teile des Gehirns hinter einem Pfeiler hervorgepult werden, über Verbrannte eines Zugunglücks oder den Resten eines Motorradfahrers. Es scheint in Japan teilweise üblich zu sein, dass Rettungs- oder Bergungskräfte vor Ort keine Handschuhe tragen, - das fällt zumindest auf, da es sich durch verschiedene Szenerien zieht.
Selbstmörder, die durch Erhängen, Stromschlag, Verbrennen oder Kopfschuss ihr selbst gesetztes Ende fanden, stehen während des zweiten Parts im Fokus und spätestens jetzt wird es schlicht langweilig.
Anstatt ein wenig Hintergrundgeschichte der Opfer einzubinden, liefert man allenfalls bissige Kommentare ab und hält mit der Kamera minutenlang drauf, wechselt vielleicht man die Position, prokelt an irgendeiner Einschusswunde herum, doch Abläufe wiederholen sich, - irgendwann stumpft man soweit ab, dass eine Leiche wie die andere aussieht und kein Anblick mehr zu schockieren vermag.
Im finalen Teil geht es letztlich um Mordopfer und auch hier wird kaum für Abwechslung gesorgt, die pure Exploitation hält an.
Selbst als zwischenzeitlich (ein sichtlich für den Film bezahlter) Auftragskiller seine Philosophien vom Stapel lässt, wird es kaum bunter.
Wieder ein Typ, der während des Streits um eine Frau den Kürzeren zog und noch ein Drogenbaron, dessen Leben im Kampf um Macht im Revier blutig beendet wurde.
Dieselben Bilder mit leicht variierten Hintergründen, - wahrlich fade.
Der deutliche Unterschied zu „Gesichter des Todes“ liegt in der Bewegung. Denn nicht das Sterben an sich steht im Vordergrund, sondern der Tod, das finale Bild des Ablebens.
Man sieht nicht, wie jemand stirbt, - er liegt bereits da und das wirkt, auch für die Hartgesottenen, auf Dauer nur ermüdend.
2,5 von 10