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Buzzy Crocker schlägt sich als Reporter mehr schlecht als recht durchs Leben. Seine einzigen Erfolge sind erfundene Storys rund um Geister, die nicht mal seine Chefredakteurin und Herzallerliebste Jill noch abdrucken möchte. Da kommt eine kuriose Tatteromi (Abigail Gregory, gespielt von der liebenswürdigen Amzie Strickland) gerade recht, die steif und fest behauptet Fan von Buzzy zu sein ("ich habe alle Ihre Reportagen gelesen!") und eine Überraschung für ihn parat hat: 1939 schlug ein Blitz ins Tower Hotel ein. Soweit mal nichts neues. Aber dann der Knaller: Omi war damals ein Kind und live vor Ort. Sie hat beobachtet, wie eine schwarze Hexe im Keller ihren Zögling, den Kinderstar Sally, verwunschen hat - und alleine deswegen soll der Blitz eingeschlagen haben. Die Bösen Mächte haben danach angeblich überhand genommen und wurden unkontrollierbar, das der Grund für das Verschwinden der "Fahrstuhlinsassen".

Starker Tobak, den selbst Buzzy (und das will was heißen) nicht glauben mag und erstmal ablehnt. Als Omi aber die Schlüssel für den alten verfallenen Bunker zückt erklärt sich Buzzy bereit, Nachforschungen anzustellen.

Soweit so gut, der Geisterspuk kann also losgehen. MacHale hat bis hierhin einen ganz gelungenen Storyanfang vorgesetzt bekommen, aus dem man richtig was machen könnte. Nur hat er sich anscheinend nicht so richtig entscheiden können, wie. Denn: Geisterstorys kann man nunmal nur auf zwei mögliche Weisen umsetzen. Entweder ich mach sie auf gruslig und Psycho, oder ich mach das ganze als Comedy wie z.B. Ghostbusters. Blöd jetzt, daß das hier in keine Kategorie reinpaßt. Der Anfang ist kitschig gemacht, der Hotelboy der totale Schwachmat und Grimassenschneider, auch die Farbenpracht paßt absolut zur Comedy - warum wird das nicht fortgesetzt und mit zündenden Gags gespickt?

Stattdessen wird uns hier Schmalhans Küchenmeister, Pardon: Filmregisseur und Plotschreiber, vorgesetzt. Alles dümpelt nichtssagend vor sich hin ohne wirkliche Höhepunkte, es ist weder witzig noch gruslig, sondern halt eine kuriose Geschichte die recht lieblos verfilmt wurde ohne die Chancen auf einen gelungenen Filmspaß wahrzunehmen, die sich aus der Grundidee ergeben.

Positiv: Passable Schauspieler, besonders Kirsten. Warum Buzzy 'ne Nichte hat ist zweitrangig, Hauptsache er hat sie und schleift sie mit auf seine Erkundigungen - Anna, alias Kirsten Dunst. Yeah! Da kommt Laune auf, wenn schon laue Story, dann wenigstens was fürs Auge - is ja auch was wert, ne.

Steve Guttenberg spielt auch ganz passabel den Buzzy Crocker, vor allem seine herrlich planlose Art verschafft ihm Sympathiepunkte. Ebenfalls treffend besetzt: Wendy Worthington als Kindertante von Sally und schwarze Magierin. Stark, wie sie wie eine russische Diskuswerferin auch ohne nachgewiesene Dopingvorwürfe mächtig einen auf Koloss hermacht.

Schicke Nebenrolle übrigens die Jill, gespielt von Nia Peeples. Ihr schauspielerisches Talent ist ebenso wie bei Kirsten Dunst Nebensache, hier steht Hammeroptik im Mittelpunkt (wobei das nicht heissen soll, daß die beiden keine guten Schauspielerinnen wären). Diese süßen Grübchen beim Schmunzeln, hmmm - Trost für öde Passagen im Film.

Was mich noch stört, außer der vertanen Chance mehr aus dem Film herauszuholen: die laue Dudelmusik. Soll das Filmmusik sein? Oh Mann, nervt gewaltig und macht manche ganz passable Szene niveaulos.

Alles in allem bleibt dieser Terror-Tower-Streifen (ha, ha) das was er ist: lau und für die "Preteen-Generation" geeignet, nicht aber für den postpubertierenden Stephen-King-Leser oder Komödienliebhaber jeglichen Alters. Hier wird allenfalls noch der chipskauenden Lisa-Marie und dem colaschlürfenden Kevin ein kühles Schäuerchen über den Rücken gejagt, wenn sie Sonntag morgens verbotenerweise Fernseh kucken, derweil die Eltern in der Kirche sind, ganz in der Linie der Disney-Film-Produktionen. Fehlt nur noch Blümchen als Ansagerin. Die war auch nicht schlecht, so lang sie nicht gesungen hat.

Nochmals deutlich: schade, man hätte was draus machen können.

(4/10)

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