Review

Miniserie - 9,5/10

Miniserie

Töten und getötet werden

Ein wenig HBO's „Band of Brothers“ oder „The Pacific“ für den (zweiten) Irakkrieg, erzählt „Generation Kill“ die sandige und mitreißende Geschichte einer Marineeinheit während des ersten Vorstoßes in den Irak in den frühen 00ern und wie diese von einem Reporter des Rolling Stone begleitet werden - durch Horror, Humor und „Heroismus“… 

Staubfresser 24/7

„Generation Kill“ hat eine der dichtesten Atmosphären und höchsten Realismusgrade, die ich je im „Kriegsgenre“ gesehen habe. Nicht viel weniger erwartet man von HBO, aber das ist trotzdem beeindruckend und lässt in der Beziehung selbst das ein oder anderen hochdekorierten Kriegsfilmmeisterwerk hinter sich. Aber nicht nur in Sachen Staubigkeit, Bodenständigkeit, „Kostüme“, Kameradschaft und Stimmung ist „Generation Kill“ höchste Güteklasse. HBO weiß einfach, wie man all diese Rädchen ineinandergreifen lässt, wie man glaubhafte Figuren und Dialoge schreibt, wie man eine packende Story losrollen lässt, wie man alles authentisch und hochwertig erscheinen lässt, wie man auch mit Action und Wow-Momenten nicht geizt. Und „Generation Kill“ hat alles das in rauen Mengen. Die Gesichter der Jungs sind frisch, obwohl auch einige mittlerweile Stars dabei sind, wie Alexander Skarsgard. James Ransone spielt auch eine wichtige Rolle und super, dessen zu früher Tod mich vor ein paar Tagen überhaupt erst nochmal an diese Serie und „TV-Bildungslücke“ erinnert hat. Und allgemein hat „Generation Kill“ seinen Platz z.B. in der Top 250 der Serien auf Imdb allemal verdient. Und sollte mehr Aufmerksamkeit bekommen. Auch wenn man heutzutage solches Kriegsgeschehen natürlich nicht mehr allzu gerne sieht. Und auch anders sieht. Aber „Generation Kill“ hat genug Ambivalenz und Selbstkritik, dass die Serie nie auch nur ansatzweise Pathos und Kitsch versprüht. Alles bleibt geerdet, kritisch, hart und bitter. Und entwickelt sich im Verlauf dieser sieben Folgen zu einem Pflichttermin für jeden, der den Irakkrieg mal ungeschönt und unmittelbar und vielleicht auch aus einer leicht anderen Perspektive sehen will. Eine intensive Zeitkapsel. Fast näher an Dokus als an Fiktion. An „Generation Kill“ gibt’s nicht viel zu kritisieren. Nahezu perfekt. Ein bisschen Vorfahre für sowas wie „Warfare“. Und Nachfahre von sowas wie „Battle of Algiers“. Zeitlos gut. Ein Dokument des Wahnsinns. Brennend, bitter, brüderlich. 

Almost Famous & Dead

Fazit: Extrem realistische und trotzdem unterhaltsame „Kriegsserie“, die weit über ihr Subgenre hinausgeht und einen lange beschäftigt… Herausragend! Noch immer zu unbekannt! Ein paar der glaubhaftesten Soldaten, die ich je gespielt erlebt habe. Band of Muthatruckers! (9,5/10)

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