Wer Erfolg hat möchte diesen auch wiederholen, so dachte wohl auch John Alan Schwartz, nachdem sein “Gesichter des Todes“ für weltweite Aufmerksamkeit sorgte. Drei Jahre später zog Schwartz wieder durch die Archive diverser TV-Anstalten, um Ereignisse, mit meist tödlichem Ausgang, für eine Fortsetzung zu finden.
Hierbei wurde so viel Material zusammengetragen, das "Gesichter des Todes 2" fast nur aus realen Aufnahmen besteht und kaum gefakte Szenen zu bieten hat. Einzig eine Busentführung in El Salvador und dem Überfall zweier Drogensüchtiger auf einen Drogeriemarkt merkt man die gestellte Szenerie an. Ansonsten bekommt man einen realen Eindruck in die Welt des Todes. Zwar sorgt dies dafür, dass der Film als der harmloseste Teil der Reihe durchgeht, jedoch in seiner Intensität spürbar zugenommen hat. Mit dem Wissen, dass das gezeigte echt ist, wirkt "Gesichter des Todes 2" ganz anders. Im Vordergrund stehen hauptsächlich Auto- und Sportunfällen und abermals, wie im ersten Gesichter des Todes, Tiertötungen und Hinrichtungen. Der Begriff Shockumentary passt hier also wirklich, auch weil man von der plakativen Selbstinszenierung, seitens der Macher, verschont wird. Anzulasten sind höchstens die zynischen Dialoge, die Dr. Francis B. Gröss (Michael Carr) wieder zum Besten geben darf.
Warum bewerte ich den Film, obwohl er als Shockumentary deutlich besser funktioniert, schlechter als den zur Hälfte gestellten ersten Teil. Begründen kann ich dies mit dem Unterhaltungswert von "Gesichter des Todes 2". Er ist durch seinen Inhalt realer, doch deutlich unspektakulärer wie sein Vorgänger. Wenn man sich dieses Genre bzw. Subgenre des Mondo ansieht, möchte man geschockt werden. "Gesichter des Todes 2" kann dies zu großen Teilen allerdings nicht. Er wirkt intensiver, bedingt durch die realen Bilder, verliert dann aber durch seinen Stil die Schockwirkungen anderer Vertreter des Genres ins besonders dem vom ersten Teil, der stetig immer einen Schritt weiterging. Zumindest darf man "Gesichter des Todes 2" als soliden Vertreter des Genres bezeichnen.