Belangloser Spuk in der Leichenhalle, - das wäre austauschbares Zeug, wenn man sich denn nicht wenigstens noch mit einem Plot Twist ins Zeug gelegt hätte.
Der rettet zwar final nicht mehr allzu viel, lässt aber den guten Willen seitens der Autoren erkennen. Um den Rest ist es schade, da die Kulisse der geräumigen Leichenhalle an sich viel hergegeben hätte…
…in der sich nach einiger Zeit eine kleine Gruppe von Personen einfindet: Margo, die hier nachts den hilfsbereiten Putzteufel markiert, Eltern mit Tochter und einem leeren Autotank und zwei krumme Typen, die offenbar nach einem Autounfall in die Leichenhalle laufen.
Sie alle sehen sich schon bald einem Selbstmörder aus der Zwischenwelt gegenüber, während es aus den Räumen der „Morgue“ kein Entkommen zu geben scheint.
Etwas fahrig und distanziert gestaltet sich nicht nur der Einstieg, bei dem sämtliche Figuren ein paar oberflächliche Szenen erhalten, damit man zumindest ihre Herkunft zuordnen kann.
Da Margo ein wenig mehr Zeit gewidmet wird, entwickelt die sich im Verlauf zur Hauptfigur und zugleich zum einzigen Sympathieträger, da die üblichen Charaktere kaum angerissen werden oder von vornherein unsympathisch wirken, vielleicht abgesehen von einem schüchternen Mädchen und einem halbtauben Hausmeister.
Gleich zu Beginn erfährt man, wie sich der einstige Leichenbestatter mit Unterstützung einer weiblichen Flüsterstimme die Halsschlagader durchtrennte (die einzige Blutszene im kompletten Film) und Margo die Blutspuren an den Fliesen nach einiger Zeit immer noch nicht wegbekommt.
Warum dieser Geist später die Gruppe terrorisiert will nicht ganz einleuchten, denn mit dem eigentlichen Ausgang hat sein Erscheinen nur peripher etwas zu tun.
Nachdem sich alle Beteiligten in den Räumen der Leichenhalle eingefunden haben, huscht eine Gestalt am Fenster vorbei, bekommt Margo kurze, leicht mit der Realität vermengte Inserts und der Strom fällt natürlich aus.
Irgendwann tritt die schwarze Kuttengestalt in Erscheinung, doch direkte Konfrontationen sind nur von kurzer Dauer.
Eine etwas interessantere Sequenz ergibt sich, als zwei in den nächsten Ort wollen um Hilfe zu holen, sich aber ständig im Kreis bewegen und immer wieder am Eingang der Leichenhalle ankommen.
Diese Momente sind, neben der finalen Wendung, jedoch die einzigen erwähnenswerten Szenen. Die Kulisse der Leichenhalle verströmt kaum Atmosphäre, das Erscheinen des Geistes lässt kaum Spannung aufkommen und lediglich der solide Score vermag ein wenig Gruselatmosphäre verbreiten.
Darstellerisch gerade mal zweckdienlich, inszenatorisch nahezu unauffällig und fast behäbig.
Dabei wird das unausgegorene Skript konsequent hanebüchener, spätestens, als man uns erklären will, dass alles im Vorfeld bereits anders verlaufen sein soll, sich einige Szenen im neu gewonnenen Kontext wiederholen und dadurch einige Logiklöcher mehr zu verzeichnen sind. Zwar auch kleinere A-ha-Effekte, aber im Gesamtbild schon lange nichts Innovatives mehr. Im Gegenteil, warum zwischenzeitlich einige Leute spurlos von der Bildfläche verschwinden und andere an unerwarteten Orten wieder auftauchen, erschließt sich genauso wenig, welche Motivation der Leichenbestatter-Geist hat, die scheinbar einander Fremden zu verfolgen, ihnen aber mehr oder weniger kein Haar zu krümmen.
Nicht, dass die Auflösung nicht schlüssig wäre, - schließlich versucht sie in ihrer detaillierten Präsentation auch jenen Zuschauern gerecht zu werden, die im Verlauf nicht so genau hingesehen haben, doch wofür dann der ganze Spuk und wofür einen alten Hausmeister, der allenfalls passiv zur Situation beiträgt?
Das Ganze ist die meiste Zeit über nur leicht spooky, bringt allerdings überhaupt keine Schockmomente und schon gar kein Material für Gore-Jünger. Eher fühlt man sich an diese altbackenen Partyfilme der 80er erinnert, in denen ein paar feiernde Teens an Halloween mit dämonischen Erscheinungen konfrontiert werden.
Hier läuft alles auf Sparflamme und damit kann man eben kaum einem Horrorfan Interesse abluchsen.
Einzig die finale Wendung, deren Erklärung am Ende fast zwanzig Minuten beansprucht, vermag ein wenig Abwechslung schaffen, - zur Rettung trägt sie allerdings kaum bei und dürfte eingefleischten Fans ohnehin eher wie ein abgelaufener Harzkäse vorkommen.
Knapp und mit viel Wohlwollen
5 von 10