Es ist immer wieder erstaunlich, wie ein preiswert produzierter Streifen namens „Halloween“ nach rund dreißig Jahren noch immer solche Wellen schlägt und Nachwuchsregisseure inspiriert.
In diesem Fall ist es das österreichische Pendant, welches mit netten Ansätzen daherkommt und den Perchtenlauf als solide Grundidee einbindet, im Endeffekt aber zu wenig daraus macht.
Jener Perchtenlauf ist durchaus mit Halloween vergleichbar: Leute ziehen sich Teufelsmasken über und treiben den Winter aus, was in einigen Alpenregionen nach wie vor Brauch ist.
In diesem Fall gab es allerdings vor fünf Jahren einen tragischen Unfall, wonach der Verantwortliche in die Irrenanstalt eingeliefert wurde und sich, fast exakt zum Jahrestag, auf der Flucht befindet. Reporterin Penelope geht der Spur des irren Killers nach und steht schon bald selbst im Visier des Maskierten…
Was löblicherweise als Hommage an John Carpenters Klassiker gemeint ist, verkommt binnen kürzester Zeit zu einem austauschbaren Slasher, der eher wie ein etwas blutigerer „Tatort“ erscheint.
Das sichtlich geringe Budget ist dabei nicht schlimm, die Darsteller aber schon.
Wer da nicht gerade hölzern vor sich herum eiert, verfällt dem gnadenlosen Overacting, - beides ist kaum zu ertragen, wie bemüht die Mimen sind, möglichst authentisch zu wirken und dabei auf ganzer Linie versagen.
Somit findet sich natürlich kein Sympathieträger und es wirkt zudem stark befremdlich, wenn Leute mit eindeutig österreichischem Dialekt amerikanische Namen wie Duane Jones oder Cole Black zugewiesen bekommen.
Dazu gesellen sich furchtbar lahme Szenen, die weder Atmosphäre, noch Spannung schaffen, der Charakterisierung der Figuren aber auch nicht dienlich sind.
Sticheleien innerhalb eines Familienclans, Proben eines Interviews oder zahlreiche Übergriffe von verkleideten Perchten, die weiblichen Passanten mit ihrer Rute auf den Arsch hauen, - das alles schürt wenig Interesse und bringt die Handlung um den Killer und seine potentiellen Opfer kaum voran.
Von jenem Schlächter bekommt man eh kaum etwas mit. Die Identität ist von vornherein kein Geheimnis und während der Kerl zur mörderischen Tat schreitet, fehlt es wahrlich an den grundlegendsten Zutaten.
Da baut sich kaum Spannung auf, wenn der sich mit seiner Teufelsmaske und den roten Klüsen anschleicht und völlig unspektakulär zuschlägt, da bringt selbst die verengte Egoperspektive durch die Maske nichts.
Das meiste Blut fließt durch die Münder der Opfer, während von expliziten Szenen abgesehen wird und außer einer Enthauptung nur zaghafte Stichverletzungen auszumachen sind.
Was man der No-Budget-Produktion zugute halten muss, ist die technische Souveränität in Sachen Kamera und Schnitt, wodurch auch in Ansätzen ein wenig Atmosphäre entsteht, etwa, als ein Betrunkener durch geschmückte Gassen torkelt oder Blutspuren im Schnee gefunden werden.
Auch der Score ist löblich zu erwähnen, da er sich müht, orchestral und variabel zu erklingen.
Doch dem Rest fehlen Drive und brauchbare Ideen. Gerade gegen Ende, als das Tempo ein wenig angehoben und das Konfliktpotential endlich auf den Punkt gebracht wird, wirkt das Ganze wie Laientheater ohne Gespür für Dramaturgie.
Wo zuvor erst gar kein Fluss aufkam, will sich zum Showdown auch keiner einstellen und schlussendlich muss man sich fragen, ob „Tag der Teufel“ als trashige Hommage oder einfallsloser Slasher ohne Pep und fehlenden Innovationen angesehen werden soll.
Ich neige zu Letzterem,
3,5 von 10