Steven Spielberg lieferte Anfang der 70er Jahre mit "Duell" die Grundidee. "Joy Ride" darf man da gerne als (gelungenes) Remake bezeichnen, sieben Jahre später folgte mit "Dead Ahead" die Fortsetzung auf John Dahls spannendes Highway-Intermezzo. Regisseur Louis Morneau (Retroactive, Made Men) sorgt für eine überdurchschnittliche Inszenierung, kann aber spannungstechnisch nicht mit dem Original mithalten. Es mag auch daran liegen, dass man in keinster Weise Neuerungen bieten kann. Man hat alles schon mal irgendwo gesehen, daher baut man gegen Ende sogar eine Foltersequenz a la "Hostel" ein. Mit dem Vorgänger hat man nicht mehr viel gemein. Nur Rusty Nail (Mark Gibbon), starker Raucher, das Gesicht stets im Dunkeln gehalten, eine Kappe auf dem Kopf, der mit seinem schwarzen Truck die einsamen Highways unsicher macht. Das bekommen Melissa (Nicki Aycox), ihre ältere Schwester Kayla (Laura Jordan), Bobby (Nick Zano) und Punk Nik (Kyle Schmid) zu spüren. Nach einer Autopanne landen sie auf einer einsamen Farm, finden dort ein Auto. Leider gehört dies Rusty Nail, sein teuflisches Spiel hat nun begonnen.
Wie übertüncht man am besten diesen 08/15 Plot ? Auch hängt "Joy Ride 2" in der ersten Halbzeit ein wenig. Aber Morneau versteht es die monotone Highwaykulisse bedrohlich wirken zu lassen. Besonders die Farm von Rusty, der natürlich einen eigenen Folterkeller besitzt. Sein Spiel beginnt mit der Entführung von Bobby. Nun müssen Freundin Melissa, Kayla und Nik einige Aufgaben bestehen, die es teils in sich haben. Spannung ist hier in einigen Sequenzen zu finden, doch leider nicht durchgehend.
Nach einiger Zeit macht Rusty Nail dann wirklich ernst. Dies führt zu einigen Verfolgungsjagden mit tödlichem Ausgang, ein Würfelspiel um Leben und Tod und natürlich müssen auch Unschuldige daran glauben. Morneau geizt zwar mit Goreszenen, doch die wenigen Morde verlaufen sehr blutig. Da bekommt ein Kneipenbesitzer mit einer Sägekette den Unterkiefer herausgerissen, eine Prostituierte wird geköpft, eine Stange wird durch den Kopf getrieben und auch Rustys Folterspiel bietet einige fiese Momente. Doch Morneau inszeniert nicht ohne deutliche Patzer. Zum Beispiel kann Niemand mit kaputter Kniescheibe so gut laufen, oder Beschädigungen an Rustys Truck sind in der nächsten Szene schon wieder heil. Hier hätte man ein wenig mehr Sorgfalt walten lassen können. Der Schlussgag ist leider auch zu vorhersehbar. Insgesamt kann "Joy Ride 2" lückenlos unterhalten, auch die Darsteller machen ihre Sache recht ordentlich. Sogar mit der deutschen Synchro hat man sich Mühe gegeben. Besonders mit Martin Kessler, der schon Nicolas Cage und Vin Diesel seine Stimme lieh. Er gibt Rusty Nail noch den letzten Schliff.
Diese Spritztour bietet zwar keine Hochspannung oder Wendungen, jedoch ordentliche Horrorunterhaltung mit recht harter Gangart. Morneau macht seinen Job gut, aber nicht ohne Fopas. Jeder Horrorfan kann trotzdem bedenkenlos zugreifen.